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David Kuchenbuch: Die Eine Welt

1 Leave a comment on paragraph 1 7 Eine der bemerkenswertesten semantischen Spuren des Kalten Kriegs in unserem Wortgebrauch ist die „Dritte Welt“. Obwohl der Sinn dieser Kategorie spätestens seit den 1980er Jahren in Zweifel gezogen wird,[1] ist der Begriff nie aus dem Alltagsvokabular verschwunden. Das liegt sicher daran, dass sein Bedeutungshof sich verschoben hat. Anfangs sollte die Dritte Welt eine jener Leerstellen im Ordnungssystem des Kalten Krieges füllen, um die es in diesem Band geht: Neben den kapitalistischen und den kommunistischen Machtbereich war aus Sicht französischer Linker, die den Begriff in den der späten 1950er Jahren prägten,[2] ein weitere Größe getreten, die sich als Bewegung Blockfreier Staaten zumindest zeitweilig auch institutionalisierte. Heute steht allerdings weniger diese politische Geografie im Zentrum des Begriffs als die wirtschaftliche Schwäche und/oder Benachteiligung des durch ihn bezeichneten Staatenbündels, was auch erklärt, warum die Formulierung die Zweite Welt überlebt hat – aber nicht die Erste. Das Gefälle gegenüber dieser erscheint nur noch größer, wenn die Zwischenstufe fehlt. Die Beharrungskraft der Dritten Welt hat aber wohl auch etwas damit zu tun, dass dieses Gefälle etwas neutraler daherkommt, als es der Prozesscharakter ihres Begriffspendants impliziert: Die „Entwicklungsländer“ waren in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder dem Vorwurf des Eurozentrismus ausgesetzt – aus Gründen, die in diesem Beitrag thematisiert werden.

2 Leave a comment on paragraph 2 4 Dabei wird es im Folgenden gar nicht um die Dritte Welt gehen, sondern um den Sinngehalt eines Begriffs, den man als ihren normativen Container betrachten kann: die Eine Welt. Dieser Begriff ist allein deswegen untersuchenswert, weil er – anders als die kritische Dritte Welt – als klassischer Verheißungsbegriff Wirklichkeit und Zielvorstellung zugleich bezeichnete. Seit Ende der 1960er Jahre galt: Die moralisch verwerfliche (aber oft eben auch: ökologisch oder ökonomisch unsinnige) Unterteilung der Welt musste überwunden werden. Die dergestalt zu schaffende Eine Welt wurde aber eigentlich schon vorausgesetzt. Wer im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts von der Einen Welt sprach, der wollte darauf aufmerksam machen, dass Menschen überall auf dem Planeten, also auch über den eisernen Vorhang hinweg, in komplizierten wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnissen zueinander standen. Und wer vor 1989 die Eine Welt beschwor, der schuf also nicht einfach nur ein Fenster im binären Code des Kalten Kriegs, sondern forderte, ideologische Wahrnehmungsfilter ganz auszuschalten, um die Welt als das zu sehen, was sie war: ein Netz an Beziehungen. Nicht ohne Grund ist es weniger der Begriff „Dependenz“, der so stark an die Dritte Welt gekoppelt ist, als die „Interdependenz“, die häufig zusammen mit der Einen Welt auftritt: Wenn die Menschheit nur einsähe, wie viel sie über künstliche politische Grenzen hinweg faktisch verband, dann wäre der erste Schritt zur ihrer kulturellen Vereinigung schon gemacht.

3 Leave a comment on paragraph 3 1 Die Herausgeber dieses Bands haben uns Autoren zu unkonventionellen Herangehensweisen ermutigt. Und so mag ausnahmsweise einmal ein Selbstzitat erlaubt sein, und zwar aus einem Artikel, der sich konkreter als der vorliegende Text mit der Begriffsgeschichte der Einen Welt befasst: Der Ausdruck, schreibe ich darin: „bezeichnete die kulturelle, die historische, die soziale und ökonomische Interdependenz der Bewohner des Planeten Erde und damit verbunden ihre wechselseitige moralische Verantwortung füreinander – das Schlagwort war ‚One world to share’. Anderseits verwies er aber auch auf die Tatsache, dass die Erde eine begrenzte Entität ist, die als finites, gerecht zu verteilendes Gut aufgefasst werden musste, wenn nicht sogar als Ressource – hier lautete die Formel eher ‚One world only’.“[3] Dieser „doppelte Sinngehalt“ des Ausdrucks, wie ich das genannt habe, hat eine Geschichte. Er entsprang einerseits „Strategien des ‚Planet Management’ durch Politiker und Experten”, die ab Mitte der 1960er Jahre in steigendem Maße propagiert wurden. Er prägte etwas später aber auch „Beobachtungen globaler Prozesse und Abhängigkeiten”, die gerade eine „fundamentale Kritik am entfesselten Fortschritts-, Planungs- und Entwicklungsdenken“ entzündeten, das dem Management der Erde zugrunde zu liegen schien. Diese Kritik befeuerte um 1970 eine „glokalistische“ Politik der ersten Person, die vor allem darin bestand, die geografisch weitreichenden Konsequenzen eigener Alltagsroutinen zu problematisieren – eine räumliche Reorientierung, die zugleich eine moralische war. Umgekehrt wurden individuellen Praktiken, zu denen in erster Linie Konsumverzicht und gewissenhafter Konsum zählten, grenzüberschreitende positive Effekte unterstellt. Der daraus resultierende moralische Imperativ lautete und lautet: global denken, lokal handeln.

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Die Geschichte dieser beiden Globalismen will ich im Folgenden thesenhaft rekonstruieren und in Ansätzen auch zu erklären versuchen. Dabei interessiert mich hier besonders der Übergang zwischen ihnen. Denn die Rekonstruktion der allmählichen Emergenz neuer Selbst/Welt-Verhältnisse lässt sich, wie ich am Schluss zu zeigen versuche, produktiv auf die Überlegungen der Herausgeber zu den Evidenzdefiziten der binären Logik des Kalten Krieg beziehen. Zwei Feststellungen scheinen mir dabei besonders wichtig: Erstens ist mir seit Veröffentlichung des Artikels, aus dem ich zitiert habe, klar geworden, dass der epistemische Hintergrund gerade auch des moralischen Globalismus des 20. Jahrhunderts in der datenförmigen Repräsentation der Welt bestand[4] – bei sich stark wandelnden Interpretationen, Adressaten und Medialisierungen dieser Daten. Damit verbunden ist zweitens die Beobachtung, dass man es beim „Denken in globalen Bezügen“[5] eigentlich immer mit lokalen Orientierungsmustern zu tun hat, die spezifischen gesellschaftlichen Umständen entspringen. Insofern handelt es sich bei der folgenden „Kulturgeschichte der Globalität“[6] auch um eine kleine Sozialgeschichte von Globalisten.

Supranationaler Globalismus ca. 1943-1972

5 Leave a comment on paragraph 5 1 Es ist müßig, nach dem Ursprung des Gedankens einer vernetzten, interdependenten Welt zu suchen. Er lässt sich spätestens zur Zeit der ersten Globalisierung um 1900 identifizieren. Weniger trivial ist es, nach der Konzeption der Welt als Datenraum zu fragen, oder konkret: Der Geschichte einer Vorstellung von „Welt“ nachzugehen, die Ergebnis der länderübergreifenden statistischen Erfassung von Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklungen war, die weniger imperialen Konkurrenzen diente als der Bemessung von Fortschritten auf einem universalistisch gedachten Entwicklungsweg. Auch wenn schon der Völkerbund mit großem Aufwand solche Zahlen erhoben und über die Standardisierung und Formalisierung der Erhebungsmethoden diskutiert hatte, kann erst mit der Expansion der UN-Statistik nach dem Zweiten Weltkrieg von einer „Welterzeugung durch Zahlen”[7] die Rede sein, die gerade wegen ihres methodischen Nationalismus Möglichkeiten zu einer globalen „Vergleichskommunikation“[8] darüber schuf, wer im Entwicklungswettbewerb der Staaten welche Position innehielt, wer die Aufholer waren, und wem Starthilfe gegeben werden musste. Es war nicht zuletzt diese modernisierungstheoretisch unterfütterte, universalistische Komparatistik, für die der US-Präsidentschaftskandidat Wendell Willkie noch während des Krieges den Ausdruck „One World“ popularisiert hatte.[9] Er brachte damit den entstehenden neuen Denkraum für Unterscheidungen auf einen Begriff, die, wie Daniel Speich-Chassé gezeigt hat, geradezu Theorieeffekt wissenschaftlicher Verdatungsprozeduren war, insbesondere der globalen Applikation der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.[10] Obschon bereits zeitgenössisch als unterkomplex kritisiert, gewannen Indikatoren wie das Bruttosozialprodukt mit der Dekolonisierung und dem Auftauchen einer großen Zahl neuer Nationen auf dem internationalen Parkett sogar noch an Evidenz als Fortschrittsanzeichen. Denn im Zuge der Expansion von UN-Institutionen wie UNCTAD ließen sich auf Basis solcher wissenschaftsgestützten Klassifikationen auch öffentlichkeitswirksam Umverteilungsforderungen oder zumindest solche nach Kredithilfe und technischem know how stellen,[11] die freilich umso größere Resonanz unter den politischen Eliten der „entwickelten“ Staaten erreichte, je mehr sie Maßnahmen nahelegten, mit denen man zugleich auch Landgewinnen des Systemgegners vorbeugen konnte.[12]

6 Leave a comment on paragraph 6 2 Mit dem globalen Datenraum war aber auch der Resonanzboden für eine Konzeptionalisierung der ganzen Welt als Objekt supranationaler politischer Interventionen gelegt. Sie richteten sich in den ersten Nachkriegsjahrzehnten zunächst auf die Welternährungssituation, etwas später dann auf die Überbevölkerungsproblematik. Bevölkerungswissenschaftler koppelten diese in den 1950er Jahren an Inventarisierungen der Weltressourcen, wobei das planetare Fassungsvermögen mathematische Konturen bekam. Die dergestalt emergierende Welt geriet dann gewissermaßen in Bewegung, als Mitte des darauffolgenden Jahrzehnts erste world modellings entstanden, also globale Entwicklungsszenarios, die auf Basis rechnergestützter Extrapolationen von Daten aus aller Welt beruhten. Diese Weltmodelle, das hat Heinrich Hartmann gezeigt, reproduzierten das von Spieltheorie und rational-choice-Ansätzen geprägte Menschenbild vieler Kalter Krieger. Individuen erschienen als Nutzenmaximierer, deren reproduktiver Egoismus in der Summe die planetare Allmende bedrohe.[13] Das wiederum begründete einen Sachzwang zur bevölkerungspolitischen Intervention, der viele top-down-Programme zur Geburtenkontrolle in den ärmsten Regionen der Welt motivierte, wie sie beispielsweise die Rockefeller-Stiftung förderte – Programme, die nie allein der Hilfe vor Ort dienten, sondern immer auch als Maßnahmen einer globalen Biopolitik zu sehen sind.

7 Leave a comment on paragraph 7 1 Der kurze „Malthusian Moment“, der Ende der 1960er gekommen war,[14] resultierte aber auch aus der Kombination von demografischen Modellen mit den jüngst wiederentdeckten Theorien zur „Biosphäre“ des Erde. Nicht ohne Grund waren unter den Neomalthusianern Biologen wie Paul Ehrlich, der die Wechselwirkungen zwischen Populationen und ihrem Habitat aus seiner Arbeit im Feld kannte und nun auf soziale Verhältnisse in den „Entwicklungsländern“ übertrug. Anfang der 1970er Jahre verbreitete sich in wissenschaftlichen und politischen Kreisen (und natürlich auch in der breiteren Öffentlichkeit, davon zeugt der Earth Day 1970) die Auffassung, die Erde sei ein komplexes, aber grundsätzlich selbsterhaltendes, dabei hochfragiles Ökosystem. Das gab den Tragfähigkeitsdiskursen des vorangegangenen Jahrzehnts einen noch alarmistischeren Klang. Es bildete sich ein Umweltverständnis heraus, das sich von älteren Konzeptionalisierungen der Natur als dem schutzbedürftigen Anderen unterschied. Um 1970, das hat Sabine Höhler dargestellt, entstand ein neuer „Mythos des Umweltzeitalters“: das „Raumschiff Erde“, das nicht nur einen begrenzten Bordproviant mitführte, sondern als life-support-system der Menschheit nur unter bestimmten Bedingungen regenerationsfähig war und umso umsichtiger gehandhabt werden musste.[15] Es entbrannten Diskussionen um die moral economy an Bord, wobei die Raumschiffmetapher sich auch deshalb aufdrängte, weil sie sich gleichermaßen für Argumente für globale Suffizienz wie für Effizienz anbot: einerseits also beispielsweise für Geburtenkontrolle, regulative Maßnahmen gegen die Umweltverschmutzung, wenn nicht größere materielle Selbstgenügsamkeit, andererseits für vermehrte Anstrengungen im Sinne der green revolution und der alternativen Energiegewinnung, die Eine Erde auf technischem Wege zu vervielfachen.

8 Leave a comment on paragraph 8 1 Beide Argumentationsgänge bekamen auf der Weltumweltkonferenz der Vereinten Nationen 1972 in Stockholm selbst wiederum einen globalen Resonanzraum. Sie wurden hier überformt durch den sich seit den 1960er Jahren immer stärker artikulierenden Nord-Süd-Konflikt über ungerechte Marktzugänge und Rohstoffpreise. Dieser Konflikt, der sich zwei Jahre später in Forderungen nach einer völlig „Neuen Weltwirtschaftsordnung“ (NIEO) niederschlagen sollte, trat in Stockholm eher als Auseinandersetzung über das Recht auf die industrielle Ausbeutung planetarischer Ressourcen in Erscheinung. Während sich die Industrienationen den Luxus eines gewissen ökologischen Frugalismus leisten konnten, so der Tenor vieler Redebeiträge, drohte vielen armen Ländern der Weg zum materiellen Wohlstand verwehrt zu werden. Der datengestützte Globalismus bekam eine historische Dimension und wurde deutlich moralisierungsanfälliger. Das vergangene Wachstum einer Weltregion verhinderte in der Einen Welt begrenzter Ressourcen die Aufholmöglichkeiten der anderen.[16]

9 Leave a comment on paragraph 9 2 Die hier anklingende Kritik an den Entwicklungsexzessen der Industriegesellschaften verschärfte sich dann massiv mit dem im selben Jahr erschienen, millionenfach verkauften Club-of-Rome-Bericht zu den globalen „Grenzen des Wachstums“.[17] Der machte eine breite Öffentlichkeit erstmals mit großangelegten, futurologischen Simulationen von Wechselwirkungen zwischen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung und Welternährungslage vertraut. Dutzende Tabellen und Kurvendiagramme präsentierten die düsteren Ergebnisse eines scenario spinning, wie man es bis dato eher in den war rooms der Kalten Krieger vermutet hatte. Der Bericht stand aber auch dahingehend an einer Schwelle, dass er zwar einerseits auf die Evidenz des Computers gründete, auf dessen Einsatz als objektives Werkzeug für die Antizipation gesellschaftlicher Zukünfte sich größte Hoffnungen gerichtet hatten – ob in der US-Stadtplanung der Great-Society-Ära oder in der Globalsteuerung der sozialliberalen Bundesregierung. Andererseits stellte der Bericht just die fortschrittsoptimistische Haltung der Industriegesellschaften in Frage, deren Expansionismus angesichts der begrenzten globalen Ressourcen ins soziale Chaos zu steuern schien. Ironischerweise schien also gerade der Gipfel der technischen Entwicklung, der Computer, den Menschen die Aporien ihrer Machbarkeitsgewissheit Augen geführt zu haben.

10 Leave a comment on paragraph 10 0 Der Kulturpessimismus, der aus dieser Interpretation spricht, ist umso bedeutsamer, als die Diagnostiker globaler Grenzen und Interdependenzen kaum Zweifel daran an den Tag legten, wer die Kommandobrücke des Raumschiffs Erde beziehen musste. Das zeigt sich beispielhaft am Szientismus und an der Managementrhetorik des inoffiziellen Begleitbuchs zur Stockholm-Konferenz: „Only One Earth. The Care and Maintenance of a Small Planet”. Das Buch aus der Feder der Entwicklungsökonomin Barbara Ward und des Bakteriologen René Dubos ist bei aller moralischen Kritik am Egoismus und Materialismus der Bürger des globalen Nordens vom Erwartungshorizont einer supranationalen Planung bestimmt, in der Wissenschaftler und Politiker den Planeten – motiviert von ihrer „rational loyalty” zu Erde und Menschheit – wie einen Patienten von außen betrachten und aus der Krise steuern würden. Das zeigt sich auch formal daran, dass ins Manuskript die Kommentare von mehreren Dutzend Experten (aus Ost und West) eingeflossen waren.[18]

11 Leave a comment on paragraph 11 3 Halten wir fest, dass sich im Jahr 1972 Globalismen auf mehreren, teils verschränkten Ebenen beobachten lassen. Mit Blick auf die Deutungsebene ist erstens zu konstatieren, dass die Eine Welt zu diesem Zeitpunkt als System ökonomischer Interdependenzen wahrgenommen wurde, deren soziale Konsequenzen stark von den physischen Grenzen des Planeten geprägt schienen. Weil jeder Versuch, solche Missstände auf nationaler Ebene zu bewältigen, unintendierte Folgen anderswo haben konnte, mussten solche Probleme für viele Akteure zweitens selbst wiederum von einer supranationalen, einer globalen Warte aus angegangen werden. Mit Blick auf die Ebene der sozialen Praxis ist drittens festzustellen, dass diese Diagnose von Akteuren vorgenommen wurde, für die sie besondere Evidenz entwickeln musste, weil sie selbst transnationale Leben führten. Das gilt für die gut vernetzten Bevölkerungswissenschaftler der US-Westküste genauso wie für Politiker, die sich im Vorfeld internationaler Konferenzen am Flughafen trafen. Gegen Ende der 1960er Jahre trat vermehrt ein Habitus auf, den man Kongress-Kosmopolitismus nennen könnte[19] – ein Phänomen, das auch die Selbstsicht des Jet-Sets prägte, der sich im Club of Rome oder in der Trilateralen Kommission versammelte.

12 Leave a comment on paragraph 12 0 Es sollte vor diesem Hintergrund nicht überraschen, dass public intellectuals wie die erwähnte Barbara Ward darauf setzten, den eigenen Kosmopolitismus zu verbreiten. Dabei durchzieht Wards Schriften zwar ein gewisser Kulturrelativismus, wenn sie die westliche Zivilisation mit ihrer Wachstumsorientierung und ihrem wissenschaftlich-technischen Tunnelblick kritisierte (ebenfalls ohne einen Unterschied zwischen UDSSR und USA, zwischen Kapitalismus und Kommunismus zu machen). Auch zielten ihre Interventionen als Autorin populärer Sachbücher darauf ab, das Problembewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich von Entwicklungs- und Umweltthemen zu steigern, und dies nicht zuletzt – und das könnte man als eine vierte Facette des Globalismus dieser Zeit begreifen – indem sie versuchte, die globale Krise auf weltweit verständliche Weise zu vermitteln. Und doch erschöpfte sich die Absicht, auf diesem Weg ganz normale Leute zu erreichen, darin, die Bürger zu mobilisieren, politischen Druck auf ihre nationalen Regierungen auszuüben, um so Mandate für eine gewissermaßen ökotechnokratische Verwaltung des Planeten, etwa der Weltmeere, bereitzustellen.

Globalismus zweiter Ordnung oder Glokalismus, 1972–

13 Leave a comment on paragraph 13 1 Hier kommt nun der zweite, der reflexive Globalismus oder vielleicht besser Glokalismus in Spiel. Er muss vor dem Hintergrund von Legitimitätseinbußen des Machbarkeitsdenkens in den 1970er Jahren gesehen werden, deren Gründe hier nicht erschöpfend geklärt werden können. Zwar ist mittlerweile bewiesen, dass der vielzitierte nationale Souveränitätsverlust, für den insbesondere die erste Ölpreiskrise 1973/74 stand, zumindest für eingeweihte Politiker nicht wirklich als „Shock of the global“ daherkam.[20] Das heißt aber nicht, dass die – angesichts von Fahrverboten und langen Schlangen an Tankstellen – deutlich spürbarere wirtschaftliche Abhängigkeit des Westens von anderen Weltregionen nicht doch manche planungs-, wenn nicht allgemein modernitätsskeptische Position an Plausibilität gewinnen ließ, was eng mit Debatten über die ethischen und ökologischen Aporien des universalistischen Forschrittsdenkens verknüpft war. Die Geschichte dieser Skepsis, die sich in den 1970er und 1980er Jahren gerade unter linken Intellektuellen breitmachte, kann hier ebenfalls kaum abschließend erörtert werden. Vom Bedeutungsverlust neomarxistischer Weltdeutungen infolge von Enthüllungen über den Gulag über die Wahrnehmung des Vietnamkriegs als Ende der amerikanischen technischen wie moralischen Hegemonie bis hin zu Binnendynamiken der gesellschaftswissenschaftlichen Theoriebildung,[21] könnte man viele Faktoren anführen, die sich, wie eigentlich immer bei graduellen Veränderungen in der Geisteshaltung sozialer Gruppen, kaum hierarchisieren lassen. In jedem Fall förderte das kritische Klima der Zeit einen Revisionismus, der bis zur grundsätzlichen Zurückweisung der westlichen Rationalität reichen konnte, die mal eher esoterische, mal pragmatische Züge hatte, etwa, wenn auf die ökologischen Vorzüge indigenen Wissens hingewiesen wurde.

14 Leave a comment on paragraph 14 2 Ein gut beobachtbares Indiz dieses Revisionismus’ – und seines globalen Bezugsrahmens – istallerdings die Konjunktur des Motivs des geläuterten Rückkehrers. Das bekannteste Beispiel ist der sogenannte overview-effect, also die Behauptung, die Astronauten der Apollo-Mondmissionen hätten beim Blick zurück auf den Planeten schlagartig erkannt, dass es sich bei der Erde um eine belebte, zugleich empfindliche Gesamtheit handle, auf der beispielsweise keine von Menschen gemachten Grenzen erkennbar waren. Der space race verwandelte sich in dieser Sichtweise geradezu eigenlogisch zur Menschheitsmission, deren Haupterkenntnis die der gemeinsamen Verantwortung der Erdbewohner für ihren Heimatplaneten war.[22] Dieses Narrativ gewann an zusätzlicher Plausibilität durch die Verbreitung einer enigmatischen visuellen Repräsentation der Einen Welt. Versehen mit alarmistischen Slogans verlieh die tausendfach auf T-Shirts, Buttons und Postern reproduzierte Fotografie Blue Marble dem Diskurs um die Grenzen des Globus noch die Objektivitätsaura der Fotografie.[23] Es kam zu intermedialen Resonanzen zwischen den Rückkehrernarrativen. Zu den diesbezüglich lesenswertesten Dokumenten gehören die biografischen Rückblicke des just als Bundesministers für Wirtschaftliche Zusammenarbeit zurückgetretenen Erhard Eppler. Bei der Darstellung seines eigenen glokalistischen Aha-Moments sprang er oft binnen weniger Absätze von der Außensicht auf den Planeten zu seinen persönlichen Erfahrungen mit der Dürreproblematik in Nordafrika, die durch ungeeignete Entwicklungsprogramme noch verstärkt worden war, und dann zum Helikopterflug über die durch Infrastrukturprojekte zerstörte dörfliche Idylle Baden-Württembergs. Auch hier beglaubigte der Außenblick eine Diagnose globaler Schäden, die das blinde westliche Fortschrittsstreben verursacht hatte.[24] Es lassen sich aber auch Zeugnisse dieses Revisionismus aus geringerer Flughöhe finden. Wenn desillusionierte Rückkehrer aus der Entwicklungszusammenarbeit, aus dem Helfermilieu von INGOs oder des Peace Corps von ihren frustrierenden Versuchen berichteten, ihr vermeintlich so universell gültiges Wissen vor Ort anzuwenden, dann korrespondierte das mit dem auch auf supranationaler Ebene (etwa im Pearson-Report 1969) konstatierten Scheitern der ersten UN-Entwicklungsdekade.[25] Regelrecht in institutionelle Form gegossen wurde die Selbsthinterfragung am „Centro Intercultural de Documentación“ (CIDOC) im mexikanischen Cuernavaca. Gegründet als Schulungszentrum von Ivan Illich, bekannt für seine Kritik am entmündigenden Charakter von Verschulung und Medikalisierung, trieb das CIDOC hilfswilligen europäischen und amerikanischen jungen Menschen beim Spanischkurs ihren Modernisierungschauvinismus aus.[26]

15 Leave a comment on paragraph 15 0 Sicherlich war auch die neokoloniale Ausbeutung ein zentrales Thema globalistischer Diskurse dieser Zeit[27] – wobei wichtig ist, dass man diese Ausbeutung gerade an Großprojekten wie der Cahora-Bassa-Talsperre festmachte, die unter Beteiligung deutscher Firmen in Mosambik errichtet wurde. Zur Gründung der anfangs stark dependenztheoretisch geprägten Dritte-Welt-Gruppen, die nun überall in Nordwesteuropa entstanden, trugen natürlich auch die symbolische Bedeutung und der tatsächliche Einfluss von Aktivisten aus den sogenannten Entwicklungsländern auf die europäische Studentenbewegung bei.[28] Und doch scheint mir die Identifikation des revolutionären Kollektivsubjekts in den Befreiungsbewegungen Lateinamerikas und Südostasiens nur ein Aspekt des sich in den 1970er Jahre herausbildenden weltbezogenen politischen Aktivismus. Erstens waren unter den Menschen, für die die Eine Welt zur ethischen Referenz wurde, viele deutlich gemäßigtere Akteure, insbesondere aus kirchennahen Kreisen. Auf der Versammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Uppsala 1968 war kritisch über den Eurozentrismus des Missionswesens und die passive Rolle der Amtskirchen in Entwicklungsfragen diskutiert worden, auch infolge der Globalisierung des Rats selbst.[29] Entsprechende Forderungen nach einem selbstkritischen Engagement für die „fernsten Nächsten“ fanden nun in Europa gerade bei Menschen Widerhall, die einen aktiveren, authentischeren Glauben anstrebten. Dass dem Engagement für andere auch ein reales empowerment (und ein deutlicher Linksruck) gerade weiblicher Aktivistinnen aus dem Bürgertum folgen konnten, hat Sebastian Tripp anhand der Anti-Apartheid-Boykotte rekonstruiert.[30]

16 Leave a comment on paragraph 16 0 Das Beispiel dieser Boykotte zeigt, und das ist der zweite Punkt, dass das bevorzugte Aktionsfeld des Globalismus zweiter Ordnung, wie man ihn nennen könnte, anders als bei den antikapitalistischen Protesten um „68“ die Konsumgesellschaft war. Gerade für christliche Aktivisten verbanden sich Askese und Selbstbezichtigung mit ihrer Identität als citizen consumers.[31] In einem Moment, in dem die klassischen Mechanismen der politischen Willensbildung ebenso wie die traditionellen, für viele Kritiker technokratischen, Wege zur Bewältigung drängender Probleme nicht mehr zu verfangen schienen, ja diese sogar noch verschlimmerten, rückte die Handlungsmacht des Einzelnen ins Zentrum. Die Behauptung, es sei Anfang der 1970er Jahre zu einer gesellschaftlich breit verankerten postmaterialistischen Rückbesinnung auf das Wesentliche gekommen, mag eine demoskopische Chimäre sein. Dennoch lässt sich zu dieser Zeit die Entstehung eines bottom-up-Globalismus beobachten, der um Formen der informierten persönlichen Selbstbegrenzung kreiste. Und seinen individuellen, bescheidenen, aber systemisch relevanten Beitrag zur Verringerung der komplexen Übel in der Welt schien man eher im Weltladen als im Politischen Kampf leisten zu können. Es ist dieser Fokus auf die Politiken der ersten Person und des Alltags, die meiner Meinung nach überhaupt eine Schnittmenge vieler sozialer Bewegungen des letzten Drittels des vergangenen Jahrhunderts darstellt. Wir finden ihn im alternativen Milieu mit seiner Emphase der kleinen Gemeinschaften genauso wie in der Friedens- und Anti-AKW-Bewegung, deren Aktivismus, wie Susanne Schregel gezeigt hat, stark auf die „Reskalisierung“ des Politischen abzielte, also Bedrohungen wirklich globalen Charakters wie den nuklearen Winter bewusst anhand seiner Konsequenzen im „Nahraum“ thematisierte.[32]

17 Leave a comment on paragraph 17 0 Nun waren die konkreten Ziele dieser Gruppierungen ziemlich heterogen. Einem überwölbenden Glokalismus kommt man dennoch auf die Spur, wenn man darauf achtet, wer wie daran arbeitete, Anderen klarzumachen, in welch starkem Maße deren Alltagshandeln in ein globales Netz von Beziehungen eingebunden war – und dass daraus eine moralische Verantwortung erwuchs. Der Blick fällt dann auf die Praxis der Bewusstseinsbildung, wie dies in den genannten Milieus in Anlehnung an den brasilianischen Befreiungstheologen und Bildungsreformer Paolo Freire genannt wurde, und das bedeutet konkret: auf didaktische Anstrengungen.[33] Nicht nur wurden seit Mitte der 1970er Jahre Lernmaterialien verstärkt auf kolonialistische, eurozentristische und rassistische Residuen hin durchforstet, beispielsweise in einer Vielzahl von Schulbuchuntersuchungen. Die „global education“, wie sie in den USA hieß, zielte auch konkret auf die Sensibilisierung Heranwachsender für die lokalen Möglichkeiten zur Vergrößerung der globalen Verteilungsgerechtigkeit. So galt es, mittels Plan- und Rollenspielen, in denen man die verschiedenen Interessen und Handlungsspielräume der Beteiligten eines Entwicklungshilfeprojekts kennenlernte, die eigene privilegierte Position zu begreifen. Vor allem visuelle Medien dienten als Responsibilisierungshilfen – und hier schließt sich ein Kreis: Wenn Schüler mithilfe von Weltkarten, Tabellen, Diagrammen und ähnlichen synoptischen Medien Zahlen zum Automobilbesitz und zum BSP verschiedener Weltgegenden vor Augen geführt bekamen, oder wenn sie den eigenen täglichen Energie- und Proteinverbrauch mit dem ihrer Altersgenossen in Afrika abglichen, dann wanderte letztlich die Vergleichskommunikation der Weltmodelle der späten 1960er Jahre in die Gewissen junger Menschen ein. Denn solche Medien illustrierten in diesem Zusammenhang nicht etwa den Nachholbedarf eines rückständigen Teils der Welt, sondern Asymmetrien, für die sich ihre Nutzer selbst verantwortlich fühlen sollten. Der Dateneinsatz war nicht ohne Widersprüche, denn die Vergleiche, die insbesondere zur Konsumzurückhaltung bewegen sollten, wurden nicht selten zugleich als geistiger Ausdruck just des Materialismus kritisiert, der in die globale Misere geführt zu haben schien. Insofern spiegelt die Eine-Welt-Didaktik die in den 1970er und 1980er Jahren vieldiskutierte Suche nach alternativen Standards zur Bemessung von Lebensqualität wider. Das bedeutet aber nicht, dass derlei „Entwicklungshilfe in eigener Sache“[34] auf eine alternativkulturelle Nischenpädagogik beschränkt geblieben sei. Beispielsweise förderte in der Bundesrepublik das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit auch hochgradig fortschrittskritische pädagogische Projekte. Selbst der Club of Rome befasste sich in den späten 1970er Jahren mit didaktischen Fragen; er fördert bis heute sogenannte Club-of-Rome-Schulen.

18 Leave a comment on paragraph 18 3 Hier ist nicht der Raum, die Darstellung an die Gegenwart heranzuführen, in der – das kann jeder selbst durch eine google-Suche nach dem Begriff Eine Welt überprüfen – die Erziehung ganz ins semantische Zentrum gerückt ist. Ich will aber doch vier Gesichtspunkte herausgreifen, die verdeutlichen, warum dem Globalismus in den 1990er Jahren sein kritisches Potential abhandengekommen ist. Erstens verlor er infolge des Aufstiegs von affirmativen Globalisierungstheorien nach 1989 an Sinnstiftungskraft; in normativer Hinsicht unterschied er sich einfach zu wenig von der quasi-postnationalistischen Vernetzungs- und Partizipationsrhetorik der Globalisierungsbefürworter.[35] Dass der Globalisierungsbegriff viele Funktionen der abgelehnten Modernisierungstheorie übernahm, fiel dabei kaum ins Gewicht. Zweitens und damit verbunden wurde der selbstkritische Impuls des Globalismus in dem Maße abgeschwächt, in dem transnationale Unternehmen sich die interkulturelle Kompetenz auf die Fahnen schrieben. Bei aller Vorsicht vor einer guilt by association war die Grenze zu einem Denken, das alles andere altruistisch motiviert war, sondern auf Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten abhob, eher unbefestigt. Drittens trug gerade der Erfolg des konsumethischen Globalismus zu seiner Entradikalisierung bei. Hatten die ersten Aktivisten des fairen Handels Produkte vor allem zur Aufklärung über Asymmetrien im Welthandel eingesetzt, so wurde bald klar, dass man die globalen Wertschöpfungsketten kaum mitgestalten konnte, indem man eine verschwindend kleine Zahl gewissenhafter KäuferInnen belehrte. Dafür musste man ganze Käufermassen gewinnen, was in den späten 1980er und 1990er Jahren zur Annäherung an die Mainstream-Konsumgesellschaft und auch zur Herausbildung konventioneller unternehmerischer Strukturen führte.[36] Der wachstumskritische Impetus schliff sich schließlich viertens durch den Aufstieg der Nachhaltigkeits- oder Brundtland-Ideologie ab, die für mich geradezu die Kulmination des Eine-Welt-Moralismus darstellt, aber auch schon dessen Ende in sich trug. Der 1987 veröffentlichte Bericht der von der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland geleiteten „Commission on Environment and Development” war durchzogen von der versöhnlichen These, gerade die kulturelle Vielfalt der Welt sei als Wissensressource dahingehend aufzufassen, wie sich ökonomisches Wachstum ökologisch auf Dauer stellen lasse. In einem „One Wold“ überschriebenen Abschnitt hieß es: „[O]ur cultural and spiritual heritages can reinforce our economic interests and survival imperatives.”[37] Profitorientierung, Pluralismus und globale Gerechtigkeit widersprachen einander vor dem Hintergrund einer solchen kulturellen Multiplizierbarkeit der Erde nicht mehr.

Die Eine Welt im Kalten Krieg. Theoretische und geografische Verortung

19 Leave a comment on paragraph 19 0 Das organisierende Prinzip des hier umrissenen Globalismus besteht letztlich darin, dass er einzelne privilegierte Individuen zum Weltganzen in ein ethisches Verhältnis setzt, das vor allem durch Zahlen vermittelt wird. Es sollte deutlich geworden sein, dass der Kalte Krieg für die Freunde der Einen Welt kaum eine Rolle spielte, auch wenn der Datenraum, der ihren moralischen Holismus erst ermöglichte, ohne die komparatistische Logik der Blockkonfrontation nie zustande gekommen wäre. Insofern waren Globalisten durchaus „Figuren des Dritten“, die die Grenzziehungen des Kalten Kriegs zwar kaum wirklich herauszufordern, aber immerhin in überraschendem Maße zu ignorieren in der Lage waren. Die Eine Welt gehört der Klassifikation der Herausgeber entsprechend zu jenen Ordnungsvorstellungen, die sich vom Kalten Krieg und seiner Bipolarität ganz gelöst hatten. Die Weltwahrnehmung der Globalisten gründet letztlich auf dem Denkmodell des „Systems“, oder, verkürzt gesagt, auf dem Gemeinplatz, dass von Menschen gemachte Probleme nicht zwangsläufig an von Menschen gemachten Grenzen haltmachen.

20 Leave a comment on paragraph 20 1 Diese Feststellung ist weniger trivial, als sie scheint. Denn mit dieser Weltsicht verband sich eine Kritik an der Moderne, die mittelfristig auch postkolonialen Hybriditätstheoremen den Weg bahnte. Insofern gehört sie auch zur Vorgeschichte das Theorienangebots der Figur des Dritten, von dem sich die Herausgeber dieses Bandes haben inspirieren lassen – etwa wenn es bei Albrecht Korschorke heißt, dieses „neue Paradigma der Kulturwissenschaften“ verstehe sich als Herausforderung der „klassische[n] abendländische[n] Episteme” und ihrer binären „Metaphysik”.[38] Damit soll jedoch nicht behauptet werden, der Globalismus selbst sei nicht binär organisiert gewesen. Die geografische Unterteilung in Nord und Süd übersetzte sich eigentlich immer in ein „Wir“ (oder besser ein „Ich“) und ein „Sie“. Nur war diese Binarität von einer anderen Qualität, wo es eben nicht um einen existenziellen politischen Entscheidungskampf ging, sondern um eine (nicht minder existenzielle) Schuld, Verpflichtung oder zumindest Verantwortung der gesamten Welt gegenüber. Dass diese Differenzierung nicht ohne Exotisierung des „Rests“ der Welt erfolgte, dürfte deutlich geworden sein, auch wenn das historisch Neuartige an dieser Exotisierung war, dass die „Anderen“ nicht selten als selbstgenügsamer, weiser oder nachhaltigerer erschienen.[39]

21 Leave a comment on paragraph 21 1 Wie angedeutet, kann man gerade die Geschichte des Globalismus zweiter Ordnung, wie ich das hier genannt habe, in temporaler Hinsicht zu den unabgeschlossenen historischen (Deutungs-)Prozessen zählen; meine These vom take off des ethischen Globalismus um 1970 deckt sich offenkundig mit jüngst diskutierten Periodisierungsvorschlägen der Zeitgeschichte, die übrigens oft quer zum Kalten Krieg liegen. Das gilt freilich nur – und insofern ist dieser Beitrag alles andere als ein globalgeschichtlicher – wenn man bei der Zäsurbildung lediglich den globalen Norden, ja sogar nur einzelne Regionen desselben in den Blick nimmt. Meine Ausführungen sind in geografischer Hinsicht recht abstrakt geblieben; tatsächlich mögen die Protagonisten des Planungsglobalismus als geradezu heimatlos erscheinen, dies gilt jedoch keineswegs für die ihre glokalistischen Kritiker, die klar in den Städten der Beneluxstaaten, Skandinaviens, der Bundesrepublik, Großbritannien und der Vereinigten Staaten lokalisierbar sind – ein Faktum, das noch erklärt werden müsste, etwa hinsichtlich der Frage, welche Rolle der Protestantismus, aber auch die jeweilige Präsenz der kolonialen Vergangenheit an diesen Orten spielte. Jedenfalls war und ist das Weltganze, um das es hier ging, ein lokales Orientierungsuster: „Although the image [of the Earth] may have attained universal currency, the means of producing and reproducing it, as well as the ability to translate the mandate to ‚think globally’ into science and action, are unequally distributed around the world. […] When people from other countries and cultures look at the earth, unsurprisingly, they do not perceive it in the same way.“[40]

22 Leave a comment on paragraph 22 2 Das Zitat stammt aus einem Aufsatz, der sich Visualisierungen des Planeten in Umweltschutzzusammenhängen widmet, was Ausgangspunkt einer letzten Bemerkung sein soll. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, dass, wer die ganze Welt zur Messlatte des guten Lebens machen wollte, an neuen didaktischen Medien nicht vorbeikam, was die Flut an Infografiken, Kartogrammen und Flowdiagrammen erklärt, die in den 1970er Jahre bei der Subjektivierung globaler Daten helfen sollten. Heute sind Medien, die Selbst und Welt in ein zahlenmäßiges Verhältnis setzen, sogar noch verbreiteter. Ständig sind wir angehalten, unseren persönlichen ökologischen Fußabdruck zu bemessen oder uns zu fragen: „Wie viele Sklaven halten Sie?“[41] Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, ob diese Kommensurabilitätsfiktionen (Bruno Latour) nicht insofern ideologisch sind, als sie suggerieren, die Missstände der Welt ließen sich in erster Linie durch Veränderungen des persönlichen Lebenswandels beseitigen, nicht durch Politik im Sinne kollektiver Mobilisierung.[42] Ich fände es aber auch aus historiografischer Perspektive wichtig – und dies regen ja auch die Herausgeber dieses Bandes an – sich im konkreten Wortsinn die Medien und Kanäle anzusehen, die den Blick durchs Fenster des Kalten Kriegs verbreiteten und vermittelten. Denn das hieße zu fragen, wie es zu einem „Verschwindens des Außen“[43] gekommen ist, das so vollständig ist, dass wir uns den Antagonismus des Kalten Kriegs heute überhaupt als kulturelle Konstruktion vorstellen können.

23 Leave a comment on paragraph 23 0  

Literatur und Quellen

  • 24 Leave a comment on paragraph 24 0
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25 Leave a comment on paragraph 25 0 [1] Dazu Dinkel: „Dritte Welt“.

26 Leave a comment on paragraph 26 0 [2] Kalter: Die Entdeckung der Dritten Welt.

27 Leave a comment on paragraph 27 0 [3] Kuchenbuch: „Eine Welt“, S. 161.

28 Leave a comment on paragraph 28 0 [4] Erhellend zur Geschichte des Verhältnis von Daten und Fakten sind die Beiträge in: Nach Feierabend 3, 2007. Zu „globalen Zahlen“ nun auch der Tagungsbericht: Geschichte und Soziologie globaler Zahlen, 26.05.2016 – 28.05.2016 Luzern, in: H-Soz-Kult, , <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6716> (27.09.2016).

29 Leave a comment on paragraph 29 0 [5] Schröder/Höhler: Welt-Räume, S. 12.

30 Leave a comment on paragraph 30 0 [6] Schröder/Höhler: Welt-Räume, S. 12.

31 Leave a comment on paragraph 31 0 [7] Heintz: Welterzeugung durch Zahlen.

32 Leave a comment on paragraph 32 0 [8] Siehe hierzu Epple/Erhart (Hg.): Die Welt beobachten.

33 Leave a comment on paragraph 33 0 [9] Willkie: One World.

34 Leave a comment on paragraph 34 0 [10] Hierzu Speich-Chassé: Die “Dritte Welt” als Theorieeffekt.

35 Leave a comment on paragraph 35 0 [11] Siehe dazu Kunkel: Zwischen Globalisierung, Internationalen Organisationen und „global governance“.

36 Leave a comment on paragraph 36 0 [12] Exemplarisch zur Heterogenität der Motivationen von Entwicklungspolitik in der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz: van Laak: Entwicklungspolitik, Entwicklungshilfe und Entwicklungskooperation.

37 Leave a comment on paragraph 37 0 [13] Siehe Hartmann: „No Technical Solution“.

38 Leave a comment on paragraph 38 0 [14] Robertson: The Malthusian Moment.

39 Leave a comment on paragraph 39 0 [15] Siehe Höhler: Spaceship Earth.

40 Leave a comment on paragraph 40 0 [16] Allgemein zum Einfluss der „Dritten Welt“ auf die europäische politische Geschichte: Garavini: The Colonies Strike Back.

41 Leave a comment on paragraph 41 0 [17] Zur Rezeptionsgeschichte Seefried: Towards The Limits to Growth?.

42 Leave a comment on paragraph 42 0 [18] Siehe Ward/Dubos: Only One Earth.

43 Leave a comment on paragraph 43 0 [19] Exemplarisch ist die Biografie Petra Kellys: Milder: Thinking Globally, Acting (Trans-)Locally.

44 Leave a comment on paragraph 44 0 [20] Siehe hierzu Graf: Öl und Souveränität.

45 Leave a comment on paragraph 45 0 [21] Ariane Leendertz zeigt anhand der Karriere der Komplexitätsforschung in Politik- und Sozialwissenschaften, wie fruchtbar es sein kann, die Rolle der Gesellschaftstheorie bei der Aushöhlung jenes „progressivism“ genauer zu untersuchen, der ihrer für seine Planungen ja gerade bedurfte. Sie weist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung von Interdependenzdiagnosen hin: Ariane Leendertz: Das Komplexitätssyndrom:

46 Leave a comment on paragraph 46 0 [22] Siehe Poole: Earthrise.

47 Leave a comment on paragraph 47 0 [23] Immer noch die beste Analyse dieses Bilds: Denis Cosgrove: Contested Global Visions.

48 Leave a comment on paragraph 48 0 [24] Vgl. Eppler: Ende oder Wende, S. 9.

49 Leave a comment on paragraph 49 0 [25] Siehe nur Dünki: Ins Feld, in die Freiheit gezogen?.

50 Leave a comment on paragraph 50 0 [26] Leider deskriptiv: Kaller-Dietrich: Ivan Illich.

51 Leave a comment on paragraph 51 0 [27] Siehe Kuhn: Liberation Struggle and Humantarian Aid.

52 Leave a comment on paragraph 52 0 [28] Siehe Slobodian: Foreign Front; Weitbrecht: Aufbruch in die Dritte Welt.

53 Leave a comment on paragraph 53 0 [29] Siehe Schilling: 1968 und die Ökumene.

54 Leave a comment on paragraph 54 0 [30] Vgl. Tripp: Fromm und politisch, S. 163.

55 Leave a comment on paragraph 55 0 [31] Siehe Trentmann: Citizenship and Consumption.

56 Leave a comment on paragraph 56 0 [32] Siehe Schregel: Der Atomkrieg vor der Wohnungstür. Hier besteht im Übrigen eine Parallele zu einer weiteren Facette des Eine-Welt-Sinnfelds, die ich hier platzbedingt ausgeblendet habe: nämlich zur Apokalyptik der älteren Anti-Atombewegung der 1950er Jahre.

57 Leave a comment on paragraph 57 0 [33] Es lohnte sich, dem Hinweis Ulrich Raulffs nachzugehen, die Didaktik habe in den 1970er Jahren die Funktion übernommen, die noch in den späten 1960er Jahre die Politik gespielt hatte: vgl. Raulff: Wiedersehen mit den Siebzigern, vor allem S. 101.

58 Leave a comment on paragraph 58 0 [34] Heller: Medienarbeit Dritte Welt, S. 12

59 Leave a comment on paragraph 59 0 [35] Gut nachvollziehen kann man das auch an den Schwierigkeiten des klassischen Internationalismus, sich der geopolitischen Realität nach dem Mauerfall anzupassen, bevor er im Gewand der Globalisierungskritik zurückkehrte: Hierlmeier: Internationalismus.

60 Leave a comment on paragraph 60 0 [36] Siehe van Dam: The limits of a success story.

61 Leave a comment on paragraph 61 0 [37] Report of the World Commission on Environment and Development – „Our Common Future“, S. 18. Siehe dazu auch Rehling: „Kulturen unter Artenschutz“?.

62 Leave a comment on paragraph 62 0 [38] Koschorke: Ein neues Paradigma der Kulturwissenschaften, S. 9.

63 Leave a comment on paragraph 63 0 [39] Zu diesem Exotismus: Schüring: Zwischen Ökobiblizismus und Neo-Animismus.

64 Leave a comment on paragraph 64 0 [40] Jasanoff: Heaven and Earth, S. 49.

65 Leave a comment on paragraph 65 0 [41] Evi Hartmann: Wie viele Sklaven halten Sie? Über Globalisierung und Moral, Frankfurt a. M. 2016.

66 Leave a comment on paragraph 66 0 [42] Vgl. nun als luzide handlungsethische Position zur globalen Armut, die gerade kollektives Handeln einbezieht: Valentin Beck: Eine Theorie der globalen Verantwortung. Was wir Menschen in extremer Armut schulden, Frankfurt a. M. 2016.

67 Leave a comment on paragraph 67 0 [43] Ich borge den Ausdruck bei Diederich Diederichsen/Anselm Franke (Hg.): The Whole Earth. Kalifornien und das Verschwinden des Außen, Berlin 2013.

Source: https://opr.degruyter.com/den-kalten-krieg-vermessen/david-kuchenbuch-die-eine-welt/