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Jan Hansen: Ideologien, Ende der

1 Leave a comment on paragraph 1 2 Der Journalist Peter Bender veröffentlichte 1981 ein Buch, in dem er behauptete, dass das „ideologische Zeitalter“ an sein Ende gekommen sei. Die weltanschaulichen Ideologien des Kalten Krieges hätten sich erschöpft. Aus feindlichen Glaubensbekenntnissen sei Pragmatismus geworden. Nicht einmal in Moskau oder in Washington strukturiere die Aussicht auf eine kommunistische Weltrevolution oder auf den globalen Siegeszug der liberalen Demokratie noch das Denken und Handeln derjenigen, die Verantwortung trugen. Der Ost-West-Gegensatz sei ein ganz gewöhnlicher Machtkonflikt zwischen konkurrierenden Staaten geworden – nicht mehr, aber auch nicht weniger.[1] In der historischen Rückschau mutet Benders These seltsam an. Deuten wir die späten 1970er und frühen 1980er Jahren nicht einhellig als Phase der wiederkehrenden ideologischen Konfrontation zwischen den Supermächten? Und war die Zuspitzung des Konflikts insbesondere auf US-amerikanischer Seite nicht von einer neuevangelikalen Verteufelungsrhetorik getragen, die in ihrer Absolutheit semantisch an die Kommunistenjagd unter Senator Joseph McCarthy in den 1950er Jahren erinnerte? Ist Bender ein falscher Prophet? Dass die 1960er und 1970er Jahre das Verhältnis zwischen Ost und West entspannt hatten und gegenseitige Feindbilder verblassen ließen, ist geschichtswissenschaftliches Lehrbuchwissen – aber waren die 1980er Jahre nicht die Jahre des „Zweiten Kalten Krieges“[2]?

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Benders These stellt etablierte Periodisierungen infrage. Sie fordert uns heraus, zu überdenken, was wir für gesichert halten. Vor allem zwingt sie uns, eine zu Wissen geronnene Deutung des Ost-West-Konflikts damit abzugleichen, wie die Zeitgenossen ihrer Realität Sinn und Bedeutung zumaßen. Sie bringt uns dazu, den „Kalten Krieg“ – verstanden nicht als Analyse- sondern als Quellenbegriff – in seiner historischen Wandelbarkeit zu sehen. Für Bender und seine Zeitgenossen war der Kalte Krieg ein Ordnungs- und Denksystem, das auf einer binären Logik – wir und die Anderen – beruhte. Benders These offenbart aber auch, wie attraktiv geschichtsphilosophische Narrative in der politischen und gesellschaftlichen Debatte der 1980er Jahre waren. Von ihnen ging eine Anziehungskraft aus, die sich in einer seltsamen Spannung zum Ende der großen Erzählungen befindet, das postmoderne Theoretiker in jenen Jahren verkündeten. Eine Neulektüre der knapp 300 Seiten von Benders Text kann helfen, die zeitgenössische Kritik an der Großerzählung des Kalten Krieges zu verstehen, die selber nichts anderes als eine neue Erzählung ist.

I.

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Der Klappentext des Buches enthält keine biografischen Angaben zu Peter Bender. Das wäre auch gar nicht notwendig gewesen, denn der Autor war dem interessierten Publikum als meinungsstarker Kommentator des Zeitgeschehens bekannt. Zum Veröffentlichungszeitpunkt arbeitete Bender bereits 11 Jahre als Korrespondent des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Berlin. Von dort berichtete er in Tagesschau, Tagesthemen oder in politischen Fernsehmagazinen direkt von der deutsch-deutschen Nahtstelle des Kalten Krieges. Gleichzeitig trat er als Publizist und Autor hervor, der sich in „Die Zeit“, „Der Spiegel“ oder „Merkur“ vor allem zu deutschlandpolitischen Themen zu Wort meldete. Geboren 1923 in Berlin, erhielt Bender seine akademische Ausbildung an der Universität Hamburg, wo er Geschichte und Altertumswissenschaften studierte und wo er promoviert wurde. Er begann seine journalistische Laufbahn beim Sender Freies Berlin und wechselte bald zum WDR nach Köln. Bevor er 1970 erneut nach Berlin aufbrach, legte er 1964 mit der Schrift „Offensive Entspannung“ einen Gegenentwurf zur Politik der damaligen CDU-geführten Bundesregierung vor.[3] Nicht nur machte diese Veröffentlichung Bender schlagartig bekannt im politischen Bonn, sie begründete auch seinen Ruf als umstrittener Vordenker der sozial-liberalen Ostpolitik. Bender argumentierte darin, dass eine Wiedervereinigung nicht länger realistisch sei und dass es vielmehr darauf ankomme, die DDR zu liberalisieren. Er teilte sich damit eine Position mit dem SPD-Politiker Egon Bahr, der in seiner Tutzinger Rede mit dem programmatischen Titel „Wandel durch Annäherung“ von 1963 den Grundstein für die Ostpolitik gelegt hatte. Es überrascht nicht, dass sich Bender wie Bahr bis in die 1970er Jahre hinein heftigen Anfeindungen ausgesetzt sahen. Einer der Vorwürfe lautete, Bender beschönige das Leben in der DDR; er übersehe, dass die DDR ein Unrechtstaat sei. Wie dem auch sei – die deutsche Teilung war das Lebensthema Benders. Ihr widmete er bis kurz vor seinem Tod im Jahre 2008 zahllose Artikel und eine Reihe von Büchern. „Das Ende des ideologischen Zeitalters“ ist dabei eine Ausnahme, weil es von Deutschland abstrahiert und über den Ost-West-Konflikt als ganzen nachdenkt.

4 Leave a comment on paragraph 4 2 Um was ging es Bender? Die These steht im Titel: Das ideologische Zeitalter sei vorüber. Bender formuliert seine Haupterkenntnis in der Mitte des Buches, indem er verschiedene Argumentationsfäden ineinander verknotet: „Das Ost-West-Zeitalter ist zu Ende; die Staaten und Allianzen werden ihre Interessen und ihre Beziehungen zueinander neu bestimmen und begründen müssen.“[4] Denkt man über diese These nach, drängen sich drei Fragen auf: Warum soll das ideologische Zeitalter zu Ende sein? Warum diagnostiziert Bender dieses Ende gerade 1981 und nicht früher oder später? Und schließlich: Was folgt auf das ideologische Zeitalter?

5 Leave a comment on paragraph 5 3 Bender meint, wenn er vom ideologischen Zeitalter spricht, jenen weltpolitischen Konflikt, der mit der russischen Oktoberrevolution 1917 begann und sich mit dem Zerbrechen der Anti-Hitler-Koalition nach dem Zweiten Weltkrieg zuspitzte. Vor 1917 habe es kein ideologisches Zeitalter gegeben, sagt Bender, obwohl, das wird man einwenden müssen, der Kommunismus und der Liberalismus ihre Wurzeln doch mindestens im 18. und 19. Jahrhundert hatten. Eine klare Begriffsbestimmung sucht man in dem Buch so auch vergebens, und immer wieder geraten Begriffe wie „Ost-West-Konflikt“, „Kalter Krieg“ und „ideologisches Zeitalter“ durcheinander. Das Phänomen „Ideologie“ selber kennzeichnet Bender durch dessen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, auf Universalität. Mit Bender kann man Ideologie als permanente Anstrengung zur Selbstüberhöhung verstehen. Karl Dietrich Bracher, der Politikwissenschaftler und Zeithistoriker, hat dies zeitgenössisch ganz ähnlich formuliert: Der Ideologie wohne die „Tendenz zu einer extremen Vereinfachung komplexer Realitäten“ inne: „der Anspruch, sie auf eine Wahrheit zu reduzieren und zugleich (dichotomisch) aufzuspalten in gut und böse, richtig oder falsch, Freund und Feind, also mit einem einzigen Erklärungsmuster die Welt bipolar zu erfassen“.[5] In einem Satz: Die Ideologie duldet keine andere Ideologie neben sich. Benders Gedankengang ist bewusst religiös konnotiert: „Ideologie“ ist bei ihm ein Synonym zu „Glauben“, und Säkularisierung ist der historische Prozess, der den Bedeutungsverlust und die Legitimationskrise der Ideologie beschreibt. Die Sowjetunion habe sich, so schreibt Bender, „von einem Hort der Welterlösung oder Weltbedrohung zu einer ganz gewöhnlichen Großmacht“ gewandelt.[6] Dieser „Verzicht auf den Absolutheitsanspruch“ sei ein „Schritt vom Glauben zur Meinung“.[7] Wenn das ideologische Zeitalter vorüber sei, dann bedeutet das also, dass sich Ideologie und Absolutheitsanspruch voneinander lösen – qua definitionem ist die Ideologie keine Ideologie mehr. Die militärischen Bündnisse sollten nicht länger als „Glaubensgemeinschaften“ verstanden werden, folgert Bender, sondern als bloße „Interessengemeinschaften“.[8] Seine Argumentation wird durch die semantischen Gegensatzpaare Wahrheit und Meinung sowie Universalität und Relativität geleitet.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Bender vertritt die Auffassung, dem Kommunismus sei seine motivierende Kraft abhandengekommen. Er schreibt: „Der politische Osten hat verloren, was ihn einst von der übrigen Welt unterschied, seine Ideologie: sie motiviert nicht mehr, sondern legitimiert nur noch“.[9] Die kommunistische Lehre sei nur noch ein Mittel des Machterhalts der Partei und der Sicherung der Vormachtstellung der Sowjetunion innerhalb des Warschauer Paktes. Bender erzählt eine – positiv gemeinte – Verfallsgeschichte, in der „der Glauben der Revolutionäre […] zum Dogma der Funktionäre“ erstarrt sei.[10] Man könne die Geschichte des Kommunismus seit 1960 als Rückzugsgeschichte schreiben, meint er, als eine Geschichte „der Rückzüge vom Anspruch der Partei auf Omnipotenz und Omnipräsenz“.[11] Einen Beleg für diese Behauptung findet Bender darin, dass seit Lenin und Stalin die sowjetischen Spitzenpolitiker immer weniger die Notwendigkeit gesehen hätten, ihren Führungsanspruch theoretisch zu untermauern. Chruschtschow habe in seinen späten Jahren kaum noch ideologische Schriften verfasst. Von Breschnew seien bislang ausschließlich Reden veröffentlicht worden. Ähnliches ließe sich über die Parteiführer in anderen osteuropäischen Staaten sagen. Kurz: Die Ideologie sei entbehrlich geworden. Als Konsequenz habe sich der Ost-West-Konflikt qualitativ gewandelt; er sei nicht mehr vorrangig gekennzeichnet durch das unversöhnliche Gegeneinander sich ausschließender Denksysteme. Vielmehr erscheine er als bloßer Macht- und Interessenkonflikt. Ost und West hätten mittlerweile mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Bender beobachtet also im Osten eine fundamentale Transformation: Wenngleich der Kommunismus in den Ritualen der Parteipropaganda fortlebe, seien die Staaten östlich der Elbe normale Staaten geworden. Bender geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt fest, dass der Osten seine welthistorische Besonderheit verloren habe, denn die Ideologie sei es gewesen, die ihn von der übrigen Welt unterschieden habe. An anderer Stelle fasst Bender sein Argument auch historisch: Der Kommunismus erleide „das Schicksal jeder geschichtlichen Erscheinung: er blüht auf, lebt eine Weile und vergeht.“[12]

7 Leave a comment on paragraph 7 1 Entscheidend scheint mir aber zu sein, dass Bender die Ideologie als etwas begreift, was nur den Osten betrifft. Wenn er von der Ideologie spricht, meint er den Kommunismus in der Sowjetunion. Nun könnte man einwenden, dass eine solche Gewichtung zumindest einseitig ist. Und in der Tat ist die Volksrepublik China eine große Leerstelle im Buch. Auch über den Westen und dessen ideologische Prämissen teilt Bender nicht viel mit. Im 21. Jahrhundert hätte Bender sicherlich auch über den Islamismus sprechen müssen. Ganz Kind des Westens, folgt Bender einer pejorativ negativen Konnotation des Begriffs „Ideologie“. Sie ist das, was den Gegner antreibt. Sie ist ein semantischer Modus der Verunglimpfung, erinnert sie doch unweigerlich an faschistische und speziell das nationalsozialistische Regime, die sich über ihre Ideologie oder „Weltanschauung“ definierten. So zeigt dieser Begriffsgebrauch die Standortgebundenheit Benders. Aber immerhin konstatiert der Autor, dass nicht nur der Osten sich entideologisiert habe, sondern dass auch der westliche Blick nach Osten, also die Einstellung zu den Staaten des Warschauer Paktes, weniger von Vorurteilen geprägt sei. Die Europäer würden dem Osten heute gelassener begegnen als noch vor wenigen Jahren. Ähnliches gelte für die Supermächte, die von der Angst vor der Macht des Gegners angetrieben würde – und eben nicht von abstrakten Ideen wie der klassenlosen Gesellschaft oder dem Freiheitsgedanken. In einem Satz: Der Kalte Krieg erschien Bender 1981 als ein Konflikt, wie es in der Geschichte schon viele gegeben hatte. Ihm war jede Besonderheit abhandengekommen.

II.

8 Leave a comment on paragraph 8 2 Doch warum formuliert Bender seine These 1981? Wie ist es um ihre historische Bedingtheit bestellt und wie um ihr Verhältnis zur Zeit? Für die Argumentation des Buches sind zwei Zäsuren wichtig: Von Benders Gegenwart, also den frühen 1980er Jahren, kehrt der Gedankengang immer wieder in die frühen 1960er Jahre zurück, als die Grundlagen für jene Entwicklung gelegt worden waren, die im Ende des ideologischen Zeitalters mündete. 20 Jahre liegen dazwischen – 20 Jahre, in denen sich Veränderungen angebahnt, verdichtet und im Denken materialisiert haben. Wenn Bender über die frühen 1960er Jahre spricht, meint er natürlich die Entspannungspolitik, die nach der Kuba-Krise 1962 ansetzte. Die Entspannungspolitik ist hier von Bedeutung, weil sie dem Konflikt zwischen den Supermächten die ideologische Nährlösung entzog. Bender beschreibt die 1960er Jahre als eine „Zeit, als die ideologische Einteilung der Welt ihre Überzeugungskraft allmählich einbüßte.“[13] Aber diese Entwicklung brauchte Zeit, und erst 1980 war das „Jahr der Wahrheit“[14] erreicht, in dem sich unmissverständlich zeigte, dass immer weniger Menschen die ideologische Konfrontation für plausibel und legitim hielten. Die frühen 1980er Jahre brachten nach Bender also zutage, was sich unter der Oberfläche oder in den Köpfen der Menschen über zwanzig Jahre angebahnt hatte.

9 Leave a comment on paragraph 9 2 Dieses Argument wird besser verständlich, wenn man es mit der Ereignisgeschichte zusammenbringt. Abgesehen von Afrika, Lateinamerika und Südostasien waren die internationalen Beziehungen ab etwa 1963 von einer bemerkenswerten Phase der Stabilität gekennzeichnet. Im August 1963 wurde mit dem „roten Telefon“ zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml eine Infrastruktur eingerichtet, die den Dialog erleichtern und forcieren sollte, 1968 folgte der Atomwaffensperrvertrag und 1972 das Abkommen über die Begrenzung der nuklearen Langstreckenwaffen. Die Entspannungspolitik erreichte ihren Höhepunkt mit der KSZE-Schlussakte von Helsinki 1975. Danach kam es aber wieder zu Problemen: US-Präsident Jimmy Carter setzte mit seiner Menschenrechtspolitik verstärkt auf Abgrenzung; die Sowjetunion rüstete im Mittelstreckenbereich auf; die NATO drohte im Dezember 1979 mit der Stationierung neuer Raketen, wenn die Sowjetunion nicht abrüstete: die Rote Armee besetzte wenige Tage später Afghanistan – kurz, die Weltlage stellte sich nicht nur Bender als bedrohlich und krisenhaft dar. Insbesondere die Niederschlagung der Demokratiebewegung um die Gewerkschaft Solidarność 1980/81 machte Bender sehr zu schaffen – was sich daran zeigt, dass er sein Buch mit den polnischen Ereignissen beginnt und immer wieder zu ihnen zurückkehrt. So kann man die These vom Ende des ideologischen Zeitalters als Warnung vor neuen Verhärtungen in den internationalen Beziehungen verstehen. Bender war es darum zu tun, die Errungenschaften der Entspannungspolitik zu retten. 1980 war für Bender insofern ein „Jahr der Wahrheit“.  Ihm wurde angesichts der vielfältigen Spannungen klar, dass der Kalte Krieg nicht mehr zeitgemäß war und damit Bestrebungen, das in die Jahre gekommene   Gedankengebäude des Kalten Krieges in seiner vermeintlichen Sehnsucht nach einer einfachen Ordnung zu restaurieren, erhebliche Gefahren mit sich brächten.

10 Leave a comment on paragraph 10 0 Wenn aber das ideologische Zeitalter vorüber war, was folgte danach? Dass die machtpolitische Rivalität bis auf weiteres andauern würde, gilt Bender als gesichert. Doch der Ost-West-Gegensatz würde immer mehr hinter anderen, drängenderen Problemen verblassen. Es ist der Nord-Süd-Konflikt, den Bender als „Konflikt von morgen“ und als die größte Bedrohung für den Frieden beschreibt.[15] Die weltweiten sozialen Ungerechtigkeiten zu bekämpfen und dem globalen Süden wirtschaftlich auf die Beine zu helfen, sei die eigentliche Herausforderung der Zeit, schreibt er. Daneben richtet er seine ganze Hoffnung aber auf Europa. Europa ist geradezu der Fluchtpunkt seiner Analyse. Der Untertitel des Buches kündigt an, dass das „Ende des ideologischen Zeitalters“ den Weg frei für die „Europäisierung Europas“ mache. Europa, das bei Bender als „Alte Welt“ firmiert, müsse sich auf sich selbst besinnen und zu innerer Geschlossenheit gegenüber den Supermächten finden. Dass die europäischen Staaten sich bereits jetzt weitgehend aus der Ost-West-Rivalität heraushielten, vermerkt Bender befriedigt. Seine Forderung nach einer „Europäisierung Europas“ geht aber weiter als das. Im Kern ist es Bender um eine europäische Eigenständigkeit zu tun und um die Emanzipation des Kontinents aus den Glaubensgemeinschaften der Supermächte.

11 Leave a comment on paragraph 11 0 Am Ende des Buches skizziert Bender, was er konkret meint. Er schlägt „vier Stufen der Europäisierung“ vor, die dazu führen sollten, dass Europa die Ost-West-Konfrontation überwinden kann. Er will diese vier Stufen ausdrücklich als „Gedankenkonstruktion und nicht [als] eine Prognose“ verstanden wissen.[16] Die Europäisierung Europas könne damit beginnen, schreibt er, dass die paktgebundenen Staaten sich verstärkt der Konfrontation entzögen und schrittweise untereinander die Zusammenarbeit über den Eisernen Vorhang hinweg intensivierten. Diese Kooperation müsse vor allem wirtschaftlicher Natur sein, meint Bender. Das wiederum solle es den Osteuropäern perspektivisch ermöglichen, sich vom sowjetischen Gesellschaftssystem zu lösen, gleichzeitig Moskau aber außen- und verteidigungspolitisch loyal zu bleiben. Die Europäisierung wäre jedenfalls erst vollendet, hält er fest, wenn alle fremden Truppen in die USA oder die Sowjetunion zurückgekehrt seien. Ob die Europäer schließlich eher dem westlichen oder dem östlichen Modell zuneigen sollten, lässt Bender offen, und auch über die Erfolgsaussichten seiner Idee äußert er sich nur verklausuliert. Eine klare Antwort gibt er allerdings in Bezug auf die deutsche Frage, die sich beinahe zwangsläufig in den Vordergrund drängt, wenn es um die Neuordnung des Kontinents geht. Nun zeigt sich, dass Bender der Vertreter eines postnationalen Denkens ist, der die Teilung Deutschlands für ein Faktum und die Voraussetzung für die europäische Integration hält. Gegen Ende des Buches sagt er, dass die „Unnormalität [sic] der deutschen Spaltung […] die Bedingung für die Normalisierung im gespaltenen Europa“ bilde.[17] Eine Wiedervereinigung sei nicht nur unrealistisch, sie stehe auch dem Zusammenwachsen Europas im Wege. Damit war klar, dass die Teilung „der Preis für die Einheit Europas“ sei.[18]

12 Leave a comment on paragraph 12 4 Bender war nicht der erste, der so dachte. Seine Vorschläge hatten historische Vorläufer, an die sie anknüpfen konnten. Ziel und Maßstab der Vision war das „europäische Europa“, wie es schon Charles de Gaulle in den 1960er Jahren vorgeschlagen hatte.[19] De Gaulle schwebte ein intergouvernemental organisiertes Europa vor, in dem die Mitgliedstaaten in Abgrenzung von den USA gemeinsam Politik machten. Vor de Gaulle hatte der britische Premierminister Winston Churchill 1946 während einer Rede in Zürich der Idee Ausdruck verliehen, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland der erste Schritt sein könne, um die europäische Familie neu zu bilden.[20] Diese Vorstellung war auch de Gaulle nicht fremd. In gewisser Weise und stärker noch als de Gaulle und Churchill denkt Bender Europa aber als „Figur des Dritten“. Genauer: Europa könne, wenn es den Mut aufbringen würde, zu einer solchen Figur werden, die sich erst verselbständigt, um dann die Bündnisse zu zersetzen. Der Gedankengang funktioniert nur, weil Bender einen diskursiven Gegensatz zwischen Europa und den Supermächten konstruiert, der auf eine in Protestgruppen verbreitete, geschlechterhistorisch aufgeladene Dichotomie zurückgeht: Europa verkörpert bei ihm weiblich konnotierte Friedfertigkeit und Sorge um ärmere Weltregionen, während die Supermächte und insbesondere die USA mit männlich-kriegerischen Eigenschaften und dem egoistischen Streben nach Macht versehen sind. Belinda Davis hat diesen diskursiven Gegensatz und seine realitätskonstituierende Funktion in einem lesenswerten Aufsatz analysiert.[21] Wichtig ist also, dass Europa in Benders Analyse etwas mögliches Drittes darstellt, dass das Potential besitzt, sich zu emanzipieren. Freilich ist dieser Deutungsfigur selbst eine binäre Denkweise eingeschrieben, braucht „Europa“ doch das Andere, um sich davon abhebend zu definieren. Die Supermächte sind nicht das Erste oder Zweite, sondern schlicht das Andere, und an zahlreichen Stellen im Buch treten sie als Kollektivsingular auf, ohne dass Bender noch klar zwischen Washington und Moskau unterscheiden würde. Die Figur des Dritten funktioniert bei Bender also eher als Abgrenzungssignifikante.

III.

13 Leave a comment on paragraph 13 0 Benders Buch verfehlte seine Wirkung nicht. Die meisten wichtigen Zeitungen und Zeitschriften im deutschsprachigen Raum besprachen das Buch, und dieses Echo deutet darauf hin, dass es breit wahrgenommen wurde. Offensichtlich bediente es in der politischen Debatte der frühen 1980er Jahre eine Nachfrage, da viele Zeitgenossen über die sich zuspitzende Ost-West-Konfrontation besorgt waren. Der Berliner Politikprofessor Richard Löwenthal schrieb in „Die Zeit“ eine Rezension, in der er Benders Analyse des Zerfalls der Ideologie zwar als „scharfsinnig und überzeugend“ lobte, seine vier Stufen der Europäisierung aber als „illusionär“ und als Tagträumerei abtat.[22] Immerhin registrierte Löwenthal erleichtert, dass Bender nicht den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO empfahl. Solche Forderungen waren am linken Rand des politischen Spektrums damals sehr populär. Auch der SPD-Vorsitzende Willy Brandt, dessen Partei wenig später von solchen Ideen heimgesucht wurde, unterstützte in seiner Besprechung in „Der Spiegel“ Benders Zurückhaltung gegenüber neutralistischen Ideen. Eine Abkopplung von den USA sei der falsche Weg, schrieb Brandt, und unterstrich, dass er einen militärischen Rückzug der NATO aus Mitteleuropa für fatal halte. Benders Buch hielt Willy Brandt grundsätzlich für „ein ungewöhnlich gedankenreiches und anregendes Buch“.[23] Wie Löwenthal wollte er aber nicht jede Volte Benders nachvollziehen und warnte vielmehr vor „überoptimistischen Vermutungen“ und „fraglos gewollte[n] […] Überzeichnungen“. Im Gegensatz zu Löwenthal bezog Brandt seine Kritik nicht auf die „Europäisierung Europas“ (aus Gründen, die gleich noch zu erläutern sein werden), sondern eher auf das ausgerufene Ende der Ideologien. Man müsse gar nicht erst in den Osten gehen, bemerkte Brandt, um zu sehen, „wie zählebig Ideologen sind. Es läßt sich auch in Amerika oder bei der CDU/CSU feststellen.“

14 Leave a comment on paragraph 14 2 Die Thesen, die Bender in seinem Buch formulierte, resonierten insbesondere im sozialdemokratischen Milieu der alten Bundesrepublik. Das lässt sich einerseits an den erschienenen Rezensionen ablesen, die häufig von bekennenden SPD-Mitgliedern oder von Sympathisanten verfasst waren (auch Löwenthal war ein Mitglied).[24] Es lässt sich andererseits aber auch daran sehen, wie Benders Überlegungen in den Ideenhaushalt der Sozialdemokraten einsickerten. Zu erinnern wäre an die umfangreiche Debatte über die „Europäisierung Europas“, die in der SPD und ihrer Bundestagsfraktion ab 1983 geführt wurde.[25] Zu denken wäre auch an Erhard Eppler, einen der prominentesten Vertreter der sogenannten „neuen Friedensbewegung“, der Benders Begriffssprache aufgriff und sie in sozialdemokratischen wie in breiten gesellschaftlichen Kreisen popularisierte. In seinem 1983 erschienenen Buch „Die tödliche Utopie der Sicherheit“ wandelte er Benders These von einer Diagnose zu einer Forderung ab. Das Zeitalter der Ideologien dauerte nach Eppler noch an, aber es musste nun seinem Ende zugeführt werden. Eppler begründete seine Forderung, indem er auf die Gefahr hinwies, die von Ideologien und ihrem universalistischen Sendungsbewusstsein ausging. Die eschatologische Entscheidungsschlacht als „Kampf zwischen Gut und Böse“ sei keine Option im fortgeschrittenen Atomzeitalter, hielt Eppler fest.[26]

15 Leave a comment on paragraph 15 0 Die Resonanzfähigkeit von Benders Gedanken reichte aber weit über das sozialdemokratische Milieu hinaus. Auch die Grünen diskutierten damals intensiv über das Ende des ideologischen Zeitalters und über die Europäisierung Europas. Teilweise erfuhren Benders Vorschläge hier noch eine Radikalisierung, wenn etwa mit Rudolf Bahro ein prominenter Grüner die Blocklogik als „Wahnsinn mit Methode“ geißelte und ihre sofortige und grundsätzliche Überwindung forderte.[27] Das 1982 verabschiedete „Friedensmanifest“ der Partei formulierte das Äquidistanz-Gebot: „Nicht dem Osten, nicht dem Westen, sondern untereinander loyal.“[28] Doch gab es bei den Grünen – wie in der SPD – auch andere Meinungen, die das Hauptproblem in der US-amerikanischen Politik und weniger in der sowjetischen Rüstung sahen.[29] Überhaupt dachten in jenen Jahren viele Aktivistinnen und Aktivisten der Friedensbewegung über die Legitimität des Kalten Krieges und über mögliche Wege aus der Blockkonfrontation nach. Sie diskutierten über Konzepte wie Neutralismus und Disengagement und forderten, Deutschland möge sich einseitig aus der Blockkonfrontation zurückziehen.[30] Das ging weit über das hinaus, was Bender im Sinn hatte.

16 Leave a comment on paragraph 16 1 Um Benders Buch weiter zu kontextualisieren, muss man es mit anderen geschichtstheoretischen Entwürfen in Austausch bringen. Denn das Nachdenken über Alternativen zum Ordnungssystem Kalter Krieg war so alt wie der Konflikt selber. Der wahrscheinlich prominenteste Vorläufer Benders war der US-amerikanische Soziologe Daniel Bell, der schon 1960 das Ende der Ideologien verheißen hatte. Die großen politischen Systeme hätten sich nach dem Zweiten Weltkrieg erschöpft, hieß es in seinem Buch. Die Zukunft werde von ideologischen Angeboten mit geringerer Reichweite geprägt.[31] Da Bell das Denken des Kalten Krieges mit seiner gesellschaftsdurchdringenden Wirkung offensichtlich unterschätzt hatte, erwies sich seine Prognose bei aller analytischen Brillanz als verfehlt. Bells „End of Ideology“ – 1960 erstmals erschienen – darf jedenfalls als Vorbild für Benders Gedankengang gelten, auch wenn das Buch keine expliziten Bezüge enthält. Doch selbst in den 1980er Jahren war Bender mit seinen Thesen nicht allein. Der Politikwissenschaftler Iring Fetscher sprach ein Jahr vor Bender vom Ermatten der Ideologien und vom Ende des neuzeitlichen Fortschrittsbegriffs.[32] Solche Denkfiguren diffundierten bis in gesellschaftliche Kreise, und auch in außerparlamentarischen Protestgruppen griff, das hat die Forschung hinlänglich deutlich gemacht, in den 1970er und 1980er Jahren Fortschrittsangst und Zukunftsskepsis um sich.[33]

17 Leave a comment on paragraph 17 3 Ein anderes bekanntes Buch ist zu nennen. Etwa 40 Jahre nach Bell und 10 Jahr nach Bender veröffentlichte der US-Politologe Francis Fukuyama „The End of History“. Das ist ein Text, der große Unterschiede zu Benders Schrift aufweist, aber zu einem ähnlichen Ergebnis kommt: dem Ende der Ideologien. Anders als Bell oder Bender hatte Fukuyama 1989 einen realpolitischen Anlass, um seine These aufzustellen. Aber er sprach in diesem Zusammenhang gleich überhaupt vom Ende der Geschichte. Er argumentierte, dass mit dem Zusammenbruch des Kommunismus die liberale Idee als Ordnungsmodell alternativlos geworden sei. Es bleibe eine Frage der Zeit, bis sie sich in Form von Marktwirtschaft und Demokratie global durchgesetzt habe. Mit dem Gegeneinander der Ideologien entfalle das wichtigste Antriebsmoment der Geschichte.[34] Fukuyamas These knüpfte bei Hegel an, der ein Ende der Geschichte voraussagt hatte als einer Synthese, die alle Widersprüche aufhebt. 150 Jahre nach Hegel verhießen dieses Ende nicht nur die Apologeten des westlichen Liberalismus. Auch aus postmoderner Warte ließ sich in den 1990er Jahre vortrefflich von einem Ende der Geschichte sprechen. Der Medientheoretiker Vilém Flusser befasste sich mit der Posthistoire und dem Verschwinden der großen Erzählungen, während der französische Philosoph Jean Baudrillard darüber sinnierte, dass die Geschichte verstanden als Ereignisfolge hinter Simulationen unsichtbar werde.[35]

18 Leave a comment on paragraph 18 1 Nun kann man die Frage, ob auch Bender mit seinem Buch einen eminent geschichtsphilosophischen Entwurf vorgelegt hat, nicht ohne Einschränkungen bejahen. Sicherlich ist seine Argumentation zu sehr an realpolitischen Gegebenheiten orientiert und zu vorsichtig gegenüber spekulativen Verallgemeinerungen, um als Geschichtsphilosophie firmieren zu können. Sein Buch enthält aber dennoch eine Prise Spekulation, wenn es mit Großtheoremen wie dem ideologischen Zeitalter operiert und ein klar wahrnehmbares und bestimmbares Ende verkündet. Grundsätzliche Skepsis gegenüber solchen Interpretationen ist angebracht, insbesondere wenn sie als generalisierende Theorien auftreten. Benders Analyse hat aber einen eminenten Wert als zeithistorische Quelle, weil sie freilegt, wie Publizisten und Politiker, Philosophen und Literaten in den 1980er Jahren über den Kalten Krieg verhandelten. Dieses Unbehagen am Kalten Krieg äußerte sich zuvorderst – das zeigt eine Neulektüre von Benders Buch – in der Kritik an den Ideologien des Ost-West-Konflikts und ihrem universalistischen Geltungsanspruch. Handfester noch tritt es hervor, wenn kritische Stimmen in der Gesellschaft über sicherheitspolitische Alternativkonzepte nachdachten. Neben der „Europäisierung Europas“ ist vor allem die von der internationalen Palme-Kommission vorgeschlagene „Common Security“, die in sozialdemokratischen Kreisen populäre Umrüstung der Bundeswehr zu einer „strukturellen Nichtangriffsfähigkeit“ oder die bei den Grünen diskutierte Idee der „sozialen Verteidigung“ zu nennen.[36] Entscheidend ist, dass diese Alternativvorschläge beanspruchten, die binären Muster des Kalten Krieges zu transzendieren.[37]

19 Leave a comment on paragraph 19 3 Wenn der Historiker Daniel Rodgers in seiner 2011 erschienenen Geschichte der USA argumentiert, dass sich der ideelle Haushalt der Amerikaner im letzten Viertel des 20. Jahrhundert fragmentiert habe und von einer bis dahin nicht gekannten Pluralität und Fluidität der Meistererzählungen geprägt worden sei, liest sich das wie eine kluge geschichtswissenschaftliche Fortschreibung von Benders These.[38] Rodgers macht deutlich, dass nach 1960 die großen Sinnstiftungsangebote nicht etwa verschwanden, aber in eine Legitimationskrise gerieten, weil eine wachsende Anzahl von Menschen sie nicht mehr als plausibles Modell für die Erklärung der Welt akzeptierten. Auch der Kalte Krieg als Ordnungssystem war ein solches Sinnstiftungsangebot. Mit der Individualisierung und Pluralisierung der strukturierenden Erzählungen, wie sie das 20. Jahrhundert prägten, verlor der Kalte Krieg an Relevanz. Die historischen Wurzeln dieses Umdenkens liegen in den beiden Jahrzehnten davor, als sich ideengeschichtliche Transformationen verdichteten, die noch die Abfassungszeit von Benders Buch prägten: das Krisenbewusstsein der 1970er Jahre mit seinen ökologischen Weckrufen, das verstärkte Interesse für den globalen Süden sowie überhaupt der stärker werdende Globalisierungsdiskurs.[39] Im Kern war es dieses globale Bewusstsein mit seiner Vorliebe für Netzwerkstrukturen und Interdependenz, welches die binäre Logik des Kalten Krieges alt aussehen ließ. Und natürlich trat dieses globale Bewusstsein in bestimmten gesellschaftlichen Milieus als neue, hegemoniale Meistererzählung auf. Jedenfalls gehorchte auch sie dem Gebot der narrativen Modellierung und funktionierte also, wie man mit Hayden White sagen könnte, nach den gleichen diskursiven Regeln und literarischen Gestaltungsprinzipien wie frühere Meistererzählungen.[40] Zusammengefasst: In den frühen 1980er Jahren, als sich international die Lage verschlechterte und das Verhältnis der Supermächte zu eskalieren drohte, wurde nicht wenigen zeitgenössischen Beobachtern bewusst, wie anachronistisch ihnen das Denken des Kalten Krieges in den vergangenen Jahren geworden war. Benders Erzählung vom „Ende des ideologischen Zeitalters“ ist ein paradigmatisches Zeugnis dieser mentalen Neukonfigurationen.

20 Leave a comment on paragraph 20 0  

Literatur und publizierte Quellen

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  • Albrecht, Ulrich: Neutralismus und Disengagement. Ist Blockfreiheit eine Alternative für die Bundesrepublik?, in: ders. (Hg.): Deutsche Fragen – Europäische Antworten, Berlin 1983, S. 97-120.
  • Bahr, Egon: Sind die Großen auch so weit? Peter Benders Buch zur ‚Europäisierung Europas’, in: Vorwärts, 30.4.1981, S. 21.
  • Bahro, Rudolf: Wahnsinn mit Methode. Über die Logik der Blockkonfrontation, die Friedensbewegung, die Sowjetunion und die DKP, Berlin 1982.
  • Baudrillard, Jean: Das Jahr 2000 findet nicht statt, in: ders. (Hg.): Das Jahr 2000 findet nicht statt, Berlin 1990, S. 7-27.
  • Bell, Daniel: The End of Ideology. On the Exhaustion of Political Ideas in the Fifties, New York 1960.
  • Bender, Peter: Das Ende des ideologischen Zeitalters. Die Europäisierung Europas, Berlin 1981.
  • Bender, Peter: Offensive Entspannung. Möglichkeit für Deutschland, Köln 1964.
  • Bracher, Karl Dietrich: Demokratie und Ideologie im Zeitalter der Machtergreifungen, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 31 (1983), S. 1-24.
  • Brandt, Willy: Vier Stufen der Vision, in: Der Spiegel, 1.6.1981, S. 186-189.
  • Bülow, Andreas von: Das Bülow-Papier. Strategie vertrauenschaffender Sicherheits-Strukturen in Europa – Wege zur Sicherheitspartnerschaft, Frankfurt am Main 1985.
  • Bundesvorstand Die Grünen (Hg.), Friedensmanifest, verabschiedet von der 4. Ordentlichen Bundesversammlung der Grünen vom 2. bis 4. Oktober 1981 in Offenbach [In: Archiv Grünes Gedächtnis, Berlin], Bonn [1981].
  • Churchill, Winston: Speech, Zurich 19.09.1946, http://www.churchill-society-london.org.uk/astonish.html (20.9.2016).
  • Common Security. A Blueprint for Survival. Report of the Independent Commission on Disarmament and Security Issues under the Chairmannship of Olof Palme , Ann Arbor, MI 1982.
  • Conze, Eckart: Modernitätsskepsis und die Utopie der Sicherheit. NATO-Nachrüstung und Friedensbewegung in der Geschichte der Bundesrepublik, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 7 (2010), S. 220-239.
  • Davis, Belinda: Europe Is a Peaceful Woman, America Is a War-Mongering Man? The 1980s Peace Movement in Nato-Allied Europe, in: Themenportal Europäische Geschichte (2009), abrufbar unter http://www.europa.clio-online.de/2009/Article=409 (20.9.2016).
  • de Gaulle, Charles : Discours et Messages, Pour l’effort, août 1962-décembre 1965, [Paris] 1970.
  • Eppler, Erhard: Die tödliche Utopie der Sicherheit, Reinbek bei Hamburg 1983.
  • Flusser, Vilém: Vom Ende der Geschichte [1991]“, in: ders. (Hg.): Nachgeschichte. Eine korrigierte Geschichtsschreibung, Frankfurt am Main 1997, S. 282-290.
  • Fetscher, Iring: Überlebensbedingungen der Menschheit. Zur Dialektik des Fortschritts, München 1980.
  • Fukuyama, Francis: The End of History, in: National Interest (Summer 1989), S. 3-18.
  • Halliday, Fred: The Making of the Second Cold War, London 1983.
  • Hansen, Jan: Abschied vom Kalten Krieg? Die Sozialdemokraten und der Nachrüstungsstreit (1977–1987), Berlin/Boston 2016.
  • Löwenthal, Richard: Der Traum von der Dritten Kraft, in: Die Zeit, 10.4.1981.
  • Mende, Silke: „Nicht rechts, nicht links, sondern vorn“. Eine Geschichte der Gründungsgrünen, München 2011.
  • Rodgers Daniel T: Age of Fracture, Cambridge, MA 2011.
  • Schell, Jonathan: The Fate of the Earth, New York 1982.
  • Trautmann Dieter: Soziale Verteidigung als Alternative zur militärischen Verteidigung, in: Bundesvorstand Die Grünen (Hg.): Entrüstet Euch. Analysen zur atomaren Bedrohung, Bonn [1983], S. 128-137.
  • White, Hayden: Metahistory.The Historical Imagination in Nineteenth-Century Europe, Baltimore 1973.

22 Leave a comment on paragraph 22 0 [1] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters.

23 Leave a comment on paragraph 23 0 [2] Halliday: The Making of the Second Cold War.

24 Leave a comment on paragraph 24 0 [3] Bender: Offensive Entspannung, S. 124-126.

25 Leave a comment on paragraph 25 0 [4] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 117.

26 Leave a comment on paragraph 26 0 [5] Bracher: Demokratie und Ideologie im Zeitalter der Machtergreifungen, S. 5.

27 Leave a comment on paragraph 27 0 [6] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 73.

28 Leave a comment on paragraph 28 0 [7] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 60-61.

29 Leave a comment on paragraph 29 0 [8] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 18.

30 Leave a comment on paragraph 30 0 [9] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 16-17.

31 Leave a comment on paragraph 31 0 [10] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 16-17.

32 Leave a comment on paragraph 32 0 [11] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 39.

33 Leave a comment on paragraph 33 0 [12] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 61.

34 Leave a comment on paragraph 34 0 [13] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 18.

35 Leave a comment on paragraph 35 0 [14] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 19.

36 Leave a comment on paragraph 36 0 [15] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 12.

37 Leave a comment on paragraph 37 0 [16] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 268.

38 Leave a comment on paragraph 38 0 [17] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 229.

39 Leave a comment on paragraph 39 0 [18] Bender: Das Ende des ideologischen Zeitalters, S. 264.

40 Leave a comment on paragraph 40 0 [19] de Gaulle: Discours et Messages, Pour l’effort, août 1962-décembre 1965, [Paris] 1970, S. 228.

41 Leave a comment on paragraph 41 0 [20] Siehe Churchill,  Speech, Zurich 19.09.1946.

42 Leave a comment on paragraph 42 0 [21] Siehe Davis: Europe Is a Peaceful Woman

43 Leave a comment on paragraph 43 0 [22] Löwenthal: Der Traum von der Dritten Kraft.

44 Leave a comment on paragraph 44 0 [23] Brandt: Vier Stufen der Vision, S. 186.

45 Leave a comment on paragraph 45 0 [24] Vgl. Bahr: Sind die Großen auch so weit, S. 21.

46 Leave a comment on paragraph 46 0 [25] Siehe Hansen: Abschied vom Kalten Krieg, S. 70-78.

47 Leave a comment on paragraph 47 0 [26] Eppler: Die tödliche Utopie der Sicherheit, S. 118.

48 Leave a comment on paragraph 48 0 [27] Bahro: Wahnsinn mit Methode. Über die Logik der Blockkonfrontation.

49 Leave a comment on paragraph 49 0 [28] Bundesvorstand Die Grünen (Hg.), Friedensmanifest, S. 8.

50 Leave a comment on paragraph 50 0 [29] Vgl. Mende: „Nicht rechts, nicht links, sondern vorn“, S. 343-345.

51 Leave a comment on paragraph 51 0 [30] Siehe Albrecht: Neutralismus und Disengagement.

52 Leave a comment on paragraph 52 0 [31] Siehe Bell: The End of Ideology..

53 Leave a comment on paragraph 53 0 [32] Vgl. Fetscher, Überlebensbedingungen der Menschheit, S. 23.

54 Leave a comment on paragraph 54 0 [33] Siehe hierzu Conze: Modernitätsskepsis und die Utopie der Sicherheit.

55 Leave a comment on paragraph 55 0 [34] Siehe Fukuyama: The End of History.

56 Leave a comment on paragraph 56 0 [35] Siehe Flusser: Vom Ende der Geschichte; Baudrillard: Das Jahr 2000 findet nicht statt.

57 Leave a comment on paragraph 57 0 [36] Common Security: A Blueprint for Survival; Bülow: Das Bülow-Papier; Trautmann: Soziale Verteidigung als Alternative zur militärischen Verteidigung.

58 Leave a comment on paragraph 58 0 [37] Es fehlt hier der Platz für eine ausführliche Diskussion dieser Ansätze. Siehe aber Hansen: Abschied vom Kalten Krieg, Kap. 2.

59 Leave a comment on paragraph 59 0 [38] Siehe Rodgers, Age of Fracture.

60 Leave a comment on paragraph 60 0 [39] Paradigmatisch: Schell, The Fate of the Earth.

61 Leave a comment on paragraph 61 0 [40] Vgl. White, Metahistory, S. 1-42.

62 Leave a comment on paragraph 62 0  

Source: https://opr.degruyter.com/den-kalten-krieg-vermessen/jan-hansen-ideologien-ende-der/