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Phillip Wagner: Stadtplanung

1 Leave a comment on paragraph 1 1 Lange Zeit hat die Geschichtswissenschaft Stadtplanung nach dem Zweiten Weltkrieg als ein Medium der Blockkonfrontation betrachtet.[1] So wird beispielsweise auf die stadtplanerische Konkurrenz von Ost- und Westberlin verwiesen, die in den 1950er Jahren die Stalinallee beziehungsweise das Hansaviertel bauten, um ihre Deutungshoheit auf den Gebieten von Wohnungs- und Städtebau zu demonstrieren. Ebenso wurde gezeigt, dass amerikanische Stiftungen den Export von Konzepten für den Bau von neuen Städten insbesondere in Südostasien unterstützten, da sie glaubten, dass diese Neustädte als Zentren der Demokratie und Bollwerke gegen den Kommunismus fungieren könnten.

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Auf der anderen Seite hat eine Reihe von Arbeiten verdeutlicht, dass Stadtplanung dazu beitragen konnte, die ideologischen Grenzen des Kalten Krieges zu transzendieren. So wurde herausgearbeitet, dass der Diskurs um die Planung von neuen Städten nicht nur die Konkurrenz der Supermächte widerspiegelte, sondern auch zu einer Kooperation zwischen Stadtplanern aus den unterschiedlichen Blöcken beispielsweise im Rahmen der United Nations (UN) führen konnte. Ebenfalls wurde gezeigt, dass die Entwicklung der bekannten Denkmalschutzkonvention Charta von Venedig (1964) ein Projekt war, das die starren Grenzen des Kalten Krieges überschritt, da sich an ihr italienische, belgische und polnische Fachleute  beteiligten.[2]

3 Leave a comment on paragraph 3 0 An diese Forschung schließt das folgende Essay an. Es fragt nicht nur danach, ob und wie Stadtplaner während des Kalten Krieges über die Blockgrenzen kooperierten, sondern fokussiert auf die Frage, wie diese Fachleute das Ordnungssystem des Kalten Krieges in ihren Stadtplanungsvorstellungen reflektierten. Welche planerischen Konzepte entwickelten sie vor dem Hintergrund der Konfrontation der Supermächte? Inwieweit legitimierten sie durch bestimmte Annahmen über den Charakter der Stadtplanung ihre grenz- (und eventuell auch block-) übergreifende Zusammenarbeit? In welcher Hinsicht prägten schließlich Erfahrungen der Jahrzehnte vor dem ideologischen Konflikt zwischen Ost und West das Denken und Handeln der Planer nach 1945?

4 Leave a comment on paragraph 4 2 Dieses Essay behandelt diese Fragen am Beispiel des polnischen Architekten, Stadtplaners und Hochschullehrers Wacław Ostrowski (geboren Leyberg, 1907-1990), einem wichtigen  Grenzgänger der polnischen Stadtplanung, der bisher jedoch kaum von der Forschung gewürdigt wurde.[3] Bereits in den 1930er Jahren besuchte der Pole Stadtplanungskongresse in Westeuropa. Nach 1945 wurde er ein wichtiger Vertreter seines Landes auf internationalen Tagungen der Stadtplaner. Trotz der festen Integration seines Herkunftslandes in den Ostblock präsentierte er auf den Treffen der frühen 1950er Jahre Planungskonzepte, die seiner Meinung nach eine universelle Gültigkeit besaßen und damit die binäre Ordnung des Kalten Krieges unterliefen. Zwischen 1962 und 1974 leitete er eine blockübergreifende Expertenkommission der International Federation for Housing and Planning (IFHP).[4] In dieser Position entwarf er zusammen mit seinen Kollegen ein Modell für eine Verbindung der Modernisierung der Stadt und des Schutzes von historischen Baudenkmälern, das seiner Meinung nach in Ost und West unabhängig vom politischen System Anwendung finden könnte.

5 Leave a comment on paragraph 5 1 Anhand von diesem Beispiel möchte das folgendes Essay in drei chronologisch aufeinander aufbauenden Abschnitten verdeutlichen, dass auch in Osteuropa Experten Konzepte entwarfen, welche die ideologischen Grenzen des Kalten Krieges überschritten, einen gesamteuropäischen Referenznahmen steckten, und somit eine Grundlage für eine blockübergreifende Kooperation legten. Dabei verdeutlicht diese Studie, dass osteuropäische Experten dafür nicht nur intergouvernementale Organisationen wie die UN, die United Nations Educational and Scientific Organization (UNESCO), die International Labour Organization (ILO) oder ihre An-Organisationen nutzten, die bisher im Mittelpunkt der Forschung standen, sondern auch inoffizielle und nicht-staatliche Expertenzusammenschlüsse wie die IFHP.[5] Oftmals knüpften die Fachleute nach 1945 dabei an Kontakte und Vorstellungen an, die sie bereits in der Zwischenkriegszeit entwickelt hatten. Deswegen setzt dieses Essay auch in den 1930er Jahren an, als Ostrowski zum ersten Mal den Kontakt mit der internationalen Stadtplanerszene suchte. Gleichwohl liegt der Schwerpunkt dieser Studie auf der Arbeit des polnischen Planers in der IFHP-Kommission der 1960er und 1970er Jahre.

Vom Westen lernen

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Ostrowskis erste Besuche internationaler Fachtagungen fallen in die Zeit seiner Tätigkeit für die Gemeinde Łódź. Nach seinem Architekturdiplom an der Technischen Hochschule Danzig (1929) begann Ostrowski (unter seinem Geburtsnamen Leyberg) für diese Kommunalverwaltung zu arbeiten. Dort befasste er sich mit der infrastrukturellen Modernisierung der Altstadt, der Trennung von Wohnvierteln, Industriegebieten und Grünflächen, sowie die regionalplanerische Verbindung von Stadt und Umland.[6]

7 Leave a comment on paragraph 7 0 In dieser Zeit richtete Ostrowski sein Augenmerk auf die IFHP, die in den 1930er Jahren Konzepte der Regionalplanung, der Dezentralisierung und der Innenstadtsanierung verhandelte. Protagonisten der englischen Gartenstadtbewegung hatten bereits 1913 die IFHP als ein nicht-staatliches und inoffizielles Netzwerk zur Verbreitung des stadtplanerischen Konzepts der Gartenstadt gegründet.[7] Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Organisation neben der Gartenstadt auch Wiederaufbaustrategien und Wohnungsbau zu behandeln und Repräsentanten unterschiedlicher europäischer und nordamerikanischer Berufs- und Lobbyorganisationen, Ministerien, Universitäten und Lokalverwaltungen als Mitglieder aufzunehmen. Ab den 1920er Jahren fing die Institution unter der Ägide von überwiegend westeuropäischen Stadtplanern wie zum Beispiel dem britischen Ministerialrat Raymond Unwin vor allem auf ihren regelmäßigen Konferenzen damit an, eine vom Wohngebiet bis zum Stadtumland reichende Regionalplanungsagenda zu entwickeln, die auf die Dezentralisierung, Auflockerung und Sanierung der Metropolen zielte. Primär ging es den in der IFHP aktiven Planern darum, mit Hilfe des Verbandes Stadt- und Regionalplanung als ein eigenständiges Expertisefeld zu konstituieren, das wissenschaftliche Rationalität und technische Effizienz versprach.

8 Leave a comment on paragraph 8 1 Ostrowski wurde offenbar Mitglied der IFHP, weil er die Stadtplanung der westlichen Industrienationen als einen Maßstab für die eigene Praxis in Polen betrachtete.[8] Obwohl keine Aufzeichnungen von Ostrowski über den Stadtplanerverband ermittelt werden konnten, scheint es wahrscheinlich, dass er die durch die IFHP vermittelten Konzepte der Modernisierung der Innenstädte und der Dezentralisierung des Siedlungsgefüges nutzte, um seine eigenen Vorstellungen von Stadtplanung weiter zu entwickeln. Bereits im Juni 1935 hielt er in Warschau ein Referat, in dem er mit Hilfe von englischen, deutschen und US-amerikanischen Beispielen, die er teilweise aus dem Bulletin der IFHP entnommen hatte, Leitsätze für die Verkehrsplanung entwickelte.

9 Leave a comment on paragraph 9 1 Ostrowskis Engagement ähnelte dem anderer polnischer Stadtplaner in der gleichen Zeit, die ebenfalls westliche Planungskonzepte als Maßstab für eigene Lösungsansätze ansahen und die IFHP nutzten, um diese Ideen kennenzulernen.[9] Beispielsweise forderte der Delegierte des polnischen Gesundheitsministeriums Zygmunt Rudolf auf der Tagung der IFHP 1929 in Rom, dass sich die technischen Hochschulen in Polen stärker an US-amerikanische Colleges orientieren. Denn sie sollten eigene Grundlagenforschung durchführen und damit einen Beitrag zur Verwissenschaftlichung der Disziplin leisten.

10 Leave a comment on paragraph 10 0 Das transnationale Engagement von Ostrowski und seinen polnischen Kollegen in der IFHP unterschied sich allerdings von dem anderer polnischer Planer. In den durch den französischen Architekten Le Corbusier mitgegründeten Congrès Internationaux d’Architecture Moderne (CIAM) begnügten sich beispielsweise Architekten wie der für die Warschauer Wohnungsbaugenossenschaft arbeitende Szymon Syrkus nicht damit, stadtplanerische Lösungen westeuropäischer Nationen nachzueifern, sondern entwickelte eigenständig visionäre stadt- und regionalplanerische Konzepte weiter.[10] Was Syrkus mit Ostrowski und anderen polnischen Planern gemein hatte, war, dass sie in der Zwischenkriegszeit eine Präferenz für wissenschafts- und technikbasierte Planungskonzepte der westlichen Industrienationen, die sie an die polnischen Bedingungen anpassen wollten, entwickelten. Für Ostrowski sollte diese Vorliebe dafür ausschlaggebend sein, dass er in den Jahren nach 1945 wieder den Kontakt mit seinen Kollegen in Westeuropa suchte.

Den Kalten Krieg überwinden

11 Leave a comment on paragraph 11 1 Ostrowskis Beteiligung an der IFHP nach der deutschen Kapitulation glich zuerst strukturell seinem Vorkriegsengagement.[11] Das Jahr und die Chiffre 1945 markiert hier in der Rückschau – wie so oft – keinen kompletten Neuanfang. Als Ostrowski nach dem Ende der deutschen Besatzung und der großflächigen Zerstörung Warschaus in der Stadtplanungsabteilung des Büros für den Wiederaufbau der Hauptstadt zu arbeiten begann, suchte er wieder den Kontakt mit der IFHP. Dabei ging es ihm offenbar weiterhin darum, die in dem Stadtplanerverband prominent firmierenden westlichen Konzepte als Kriterien für die Evaluation der Warschauer Aufbaukonzepte zu nutzen. So diskutierte er beispielsweise auf dem ersten Nachkriegskongress der IFHP in Hastings 1946, inwieweit die Planungsprogramme der polnischen Hauptstadt der Dezentralisierungsagenda der IFHP entsprächen. Damit komplettierte Ostrowski eine Rede seines Vorgesetzten Jan Chmielewski, der das Wiederaufbauprogramm Warschaus vorstellte. Jedoch stellte Ostrowski nicht in Frage, dass die Konzepte und Parameter des Stadtplanungsverbandes vor allem aus den britischen Debatten kamen. Denn britische Stadtplaner um den Ministerialrat George L. Pepler setzten ihre Vorstellungen von Dezentralisierung und Regionalplanung  auch auf die Agenda der IFHP. Diese Protagonisten hatten während des Zweiten Weltkriegs die Formulierung eines Planungsgesetzes, das den Bau von neuen Städten im Umkreis von London ermöglichen sollte, vorbereitet, und waren von der globalen Umsetzbarkeit dieses Planungsmodells überzeugt.[12]

12 Leave a comment on paragraph 12 1 Als sich die Fronten des Kalten Krieges in den späten 1940er Jahren verhärteten, wandelte sich der Charakter von Ostrowskis Beiträgen in der IFHP. Insbesondere ging es ihm darum, sich von den westlichen Funktionäre des Verbandes und seinen polnischen Kollegen abzugrenzen, die beide die Stadtplanungskongresse zu einer Bühne der Auseinandersetzungen zwischen Kapitalismus und Kommunismus machen wollten.[13] Vor dem Hintergrund der Etablierung stalinistischer Regimes in Osteuropa und des kriegerischen Konflikts in Korea zeigte die Führungsriege der IFHP um Pepler deutlicher als zuvor ihre Abneigung gegenüber dem Kommunismus. Auch bei der Organisation von Konferenzen setzte diese Gruppe von leitenden Funktionären implizit politische Akzente. Sie veranstaltete 1950 auf der Tagung in Amsterdam eine Sitzung über Wohnungsbaugesellschaften, in der diskutiert werden sollte, welche Rolle gemeinnützige Bauinstitutionen für die Wohnungsversorgung spielen könnten. Unausgesprochene Prämisse dieser Sitzung war, dass nicht-profitorientierter Wohnungsbau stets eine Ausnahme in einer ansonsten freien Marktordnung darstellte. Gegen diese Bevorzugung kapitalistischer (und wohlfahrtsstaatlicher) Methoden wandten sich polnische Wohnungsfunktionäre, die zur Tagung einen Bericht beisteuerten, in dem sie den gemeinnützigen Wohnungsbau in ihrem Land zu einem Relikt einer vergangenen Epoche erklärten.

13 Leave a comment on paragraph 13 0 Im Gegensatz dazu stellte Ostrowski, der auf der Konferenz 1950 in Amsterdam einen Bericht über die Stadtplanung und Industriegebiete ablieferte, die gesamteuropäischen Gemeinsamkeiten heraus.[14] Er argumentierte in seinem Report, dass die ökonomischen und technischen Kriterien der Stadt- und Regionalplanung in Ost und West prinzipiell die Gleichen waren. Ostrowski ging zwar nicht en détail auf diese Kriterien ein, aber erwähnte in seinem Bericht zahlreiche Punkte, die in den westlichen und in den kommunistischen Gesellschaften gleich gehandhabt wurden, so zum Beispiel die Gewährleistung der Freizügigkeit der Stadtbewohner und die Abstimmung von Industriegebieten und Wohnflächen in so genannten Industrieeinheiten. Mit diesen Äußerungen ähnelte Ostrowski seinem Kollegen Bolesław Malisz. Der Regionalplaner stellte in seinem Beitrag auf dem Amsterdamer Kongress sechs Regeln für die Planung von Industriegebieten auf, von denen er annahm, dass sie sowohl in kommunistischen als auch in kapitalistischen Ländern dieselbe Bedeutung besaßen.[15]

14 Leave a comment on paragraph 14 3 Ostrowski entwickelten diese Stadtplanungskonzepte, die  das Ordnungssystem des Kalten Krieges transzendieren sollten, dezidiert vor dem Hintergrund von Erfahrungen mit den gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen in Polen.[16] Ab 1945 hatten die kommunistische Polnische Arbeiterpartei und die Polnische Sozialistische Partei mit der Hilfe Moskaus sukzessive ihre politischen Gegner marginalisiert. Nach Auseinandersetzungen über die Kollektivierung der Landwirtschaft schaltete die Arbeiterpartei die Sozialistische Partei aus und gründete im Dezember 1948 die stalinistische Polnische Vereinigte Arbeiterpartei. In der Folge begannen Konzepte aus der Sowjetunion Wissenschaft, Kunst und Kultur zu dominieren. So wurde beispielweise der Sozialistische Realismus zum Einheitsstil der Stadtplanung erklärt und eine dezidiert „moderne“ Stadtplanung als bürgerlich verworfen. Außerdem wurde Stadtplanern ihre bisher routinemäßigen Reisen in das westliche Ausland erschwert. Im Zuge dieser Entwicklungen verlegten sich viele ehemaligen Wortführer einer wissenschafts- und technikbasierten Neustrukturierung von Warschau auf die Grundlagenforschung in der Stadt- und Regionalplanung. Auch Ostrowski wechselte 1949 vom BOS zum Institut für Urbanistik und Architektur und wurde im gleichen Jahr promoviert. Ab 1952 lehrte er auch an der Technischen Hochschule Warschau, wo er 1955 Professor für die Grundlagen der Stadtplanung wurde. Als Repräsentant einer eindeutig szientistischen Stadtplanung glaubte Ostrowksi auch an die vor ideologischen Barrieren nicht Halt machende Universalität von Wissenschaft und Technik. Deswegen entwickelte er Planungsmodelle, welche die ideologischen Grenzen des Kalten Krieges überwinden sollten. Damit glich Ostrowski anderen Sozialexperten aus dem Ostblock, die sich trotz der zunehmende Beschränkung der Reisefreiheit aufgrund ihrer universalistisch-szientistischen Haltung an ihre professionellen Kontakte der Zwischenkriegszeit anknüpfen wollten und sich beispielsweise in der ILO engagierten.[17]

Jenseits einer bipolaren Ordnung

15 Leave a comment on paragraph 15 0 In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren intensivierte Ostrowski sein transnationales Engagement. Zum einen tat er dies über die Polnische Akademie der Wissenschaften, wo er seit 1954 Mitglied war.[18] Ostrowski wurde Teil der Arbeitsgruppe Siedlungsgeschichte und Urbanistik, in welcher auch die Akademien der Tschechoslowakei, der Slowakei und der DDR Mitglied waren, um zu debattieren, wie sich die Modernisierung der Stadt und der Schutz historischer Bauten miteinander verbinden ließen. Dies war in vielen Städten (nicht nur) Osteuropas seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein heiß diskutiertes Thema.  Vielerorts standen – etwas vereinfacht – Planer gegenüber, welche einen Neuaufbau zerstörter Städte und einen weitest gehenden Abriss der als nicht mehr als zeitgemäß wahrgenommen historischen Architektur befürworteten, und Architekten, welche die historische Bausubstanz erhalten, wiederherstellen und teilweise auch ergänzen wollten. Ostrowski war nun der Ansicht, dass sich die Debatte darüber, wie sich dieser Konflikt lösen ließ, nicht alleine im osteuropäischen Kontext entschieden werden könnte und lud 1959 zu einem Treffen der Arbeitsgruppe in Warschau auch westeuropäische Kollegen ein, womit er insbesondere seine ostdeutschen Gäste brüskierte.

16 Leave a comment on paragraph 16 0 Parallel reiste Ostrowski ab Mitte der 1950er Jahre wieder verstärkt in das westliche Ausland, um persönlich an IFHP-Tagungen teilzunehmen. Nach dem Tod von Stalin 1952 und dem Tod des Vorsitzenden der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei Bolesław Bierut 1956 wurden die Reisebeschränkungen sukzessive zurückgenommen.[19] So konnten Ostrowski und andere polnische Planer beispielsweise auf die Tagungen des Verbandes 1954 in Edinburgh und 1956 in Wien fahren. Mitte der 1950er Jahre wurde Ostrowski auch in das Leitungsorgan der IFHP aufgenommen.

17 Leave a comment on paragraph 17 0 1962 wurde er schließlich Leiter der IFHP-Kommission für historische Orte in der Stadt. Diese Kommission war eine der Arbeitsgruppen, welche die IFHP seit den frühen 1950er Jahren einrichtete, um den informellen Austausch zwischen Experten langfristig zu institutionalisieren.[20] Ostrowski war der erste osteuropäische Planer, der in der IFHP eine Kommission leitete. Dies tat er zusammen mit seinem Stellvertreter, dem italienischen Architekturprofessor Luigi Piccinato. Beide leiteten in den nächsten Jahren eine Reihe von internationalen Treffen, auf denen das in Ost und West seit den 1960er Jahre heiß diskutierte Thema aufgegriffen wurde, wie sich die Belange von Denkmalschutz und Stadtmodernisierung miteinander verbinden ließen.

18 Leave a comment on paragraph 18 0 In seiner neuen Position als Leiter der IFHP-Kommission kooperierte Ostrowski mit dem Centre de Recherche d’Urbanisme in Paris. Diese Institution wurde 1962 von den französischen Bau- und Bildungsministerien gegründet, um Stadt- und Regionalplanung auf ein kohärentes wissenschaftliches Fundament zu stellen und eine interdisziplinäre Stadtforschung anzustoßen.[21] Ihr erster Leiter war Jean Canaux, ebenfalls einer der treibenden Funktionäre in der IFHP. Der Centre publizierte Ostrowskis Abschlussbericht 1976 auf Französisch und zwei Jahre später auf Englisch.

19 Leave a comment on paragraph 19 2 Ostrowskis blockübergreifendes Engagement wurde durch die weltpolitischen Entwicklungen ab den späten 1950er Jahren erleichtert.[22] In dieser Zeit entspannte sich zunehmend das Verhältnis zwischen den Supermächten, da beide Seiten in Reaktion auf eine Reihe von Krisen, in denen die Welt am Rande eines bewaffneten Konflikts stand, sukzessive von ihren expansionistischen außenpolitischen Zielvorstellungen abrückten. Die Erfahrung mit einer zunehmenden Entspannung und Konsolidierung beider Blöcke machte dann beispielsweise den Beginn der Ost-West-Kooperation auf der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) möglich. In diesem Kontext öffnete sich auch Polen zunehmend dem Westen.[23] Der Sekretär der Polnischen Arbeiterpartei Władysław Gomułka und insbesondere sein Nachfolger Edward Gierek lockerten sukzessive die strikten Reisebestimmungen. Zwar wurden auch weiterhin Fahrten in den Westen streng reglementiert. Dennoch waren Polen im Vergleich zu den Bewohnern anderer Ostblockstaaten freier in der Wahl ihrer Reiseziele.

20 Leave a comment on paragraph 20 1 Diese Entwicklungen kamen auch dem internationalen Engagement von polnischen Experten zugute. Nicht nur Ostrowski sondern auch andere Fachleute wie der Denkmalschützer Jan Zachwatowicz und der Museumsdirektor Stanisław Lorentz waren in den 1960er und 1970er Jahren in blockübergreifende Projekte involviert.[24] Ihre Reputation resultierte vor allem aus dem Wiederaufbau von Warschau. Ihre grenzübergreifenden Projekte nutzten sie deswegen auch dazu, um polnische Lösungsansätze bekannt zu machen. Sie lieferten Impulse für die Charta von Venedig, der Grundsatzerklärung eines betont modernen und wissenschaftsbasierten Denkmalschutzes; sie bereiteten die Gründung des International Council on Monuments and Sites vor; sie beteiligten sich auch an der Ausarbeitung der UNESCO-Welterbekonvention; außerdem fungierten sie ebenso wie ihre westlichen Kollegen als Berater bei archäologischen Ausgrabungen.

21 Leave a comment on paragraph 21 3 Ostrowskis Abschlussbericht der IFHP-Kommission verdeutlicht, dass das blockübergreifende Engagement auch in neue Universalismuspostulate, die eine Gültigkeit jenseits der ideologischen Konfrontation beanspruchten, münden konnte. Ostrowski überschritt die Grenzen des Kalten Krieges, indem er ein Stadtplanungsprogramm ausarbeitete, in welchem die Referenzen der ideologischen Konfrontation keine Rolle spielten. So konzeptionierte er das Verhältnis von Denkmalpflege und Stadtplanung als ein Problem, das unabhängig von den Systemgrenzen des Kalten Krieges existierte, auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs dieselbe Relevanz besaß, und sich auch in unterschiedlichen politischen Systemen mit denselben wissenschafts- und technikbasierten Mitteln lösen ließ. Indem Ostrowski Stadtplanung als ein Medium der Kooperation zwischen Ost und West imaginierte, reflektierte er auch die weltpolitischen Entwicklungen der 1960er und 1970er Jahre. Dafür wandte er mindestens vier rhetorische und visuelle Strategien an.

22 Leave a comment on paragraph 22 0 Erstens fungierten bei Ostrowski nicht mehr aktuelle politische Bezugspunkte, sondern allgemein anerkannte Bildungsgüter Europas als Referenzen, um die Relevanz seines Programms zu erläutern. Unter Rückgriff auf lateinische Autoren wie Tacitus und Sueton und dem aufklärerischen Literaten Sebastian Mercier stellte er den Widerspruch zwischen der Notwendigkeit der Modernisierung der Stadt und dem vielfachen Wunsch nach dem Erhalt historischer Bauten als einen Grundkonflikt in der Stadtgeschichte Europas  dar. So meinte er die Kontroverse zwischen Modernisieren und Bewahrern der historischen Stadt bereits im Rom der Kaiserzeit und in Paris unter Ludwig XV. anzutreffen.[25]

23 Leave a comment on paragraph 23 1 Zweitens sah Ostrowski seinen Band als einen Beweis dafür, dass sich Fortschritt auf dem Gebiet der Denkmalpflege nur durch den Austausch von Erfahrungen erzielen lasse.[26] So berichtete er über die grenz- und ideologieüberschreitenden Entscheidungsprozesse im Komitee, die schließlich zum vorliegenden Buch geführt hatten. Ebenfalls betonte er, dass seine Studie einen Anstoß für weitere transnationale Diskussionen geben sollte. Dass diese Debatten auch die Systemgrenzen des Kalten Krieges überwinden müssten, schien für Ostrowski so selbstverständlich, dass er dies kein einziges Mal erwähnte.

24 Leave a comment on paragraph 24 0 Drittens stellte Ostrowski sein Konzept einer „conservation integrée“ als ein allgemein gültiges Planungskonzept dar, ohne auf die unterschiedlichen politischen Kontexte, in denen Denkmalschutz und Stadtplanung funktionierten, detailliert einzugehen. Zum einen argumentierte er, dass die Sanierung nicht mehr zeitgemäßer Viertel und der Schutz von historisch wertvoller Bausubstanz sich nicht ausschließen, sondern im Gegenteil einander ergänzen, so dass der Schutz historischer Architektur einen Teil einer umfassenden urbanistischen Modernisierungsstrategie darstellte.[27] Auch meinte Ostrowski, dass die Stadtplanung eine Reihe allgemeiner Problemkomplexe umfasste, wie zum Beispiel die Analyse, die Klassifikation und Evaluation von historischen Bauten, die Anpassung historischer Gebäude an aktuelle Bedürfnisse sowie die städtebauliche Integration von alter und neuer Architektur. Gleichzeitig schränkte der polnische Stadtplanungsprofessor ein, dass die Probleme und Lösungskonzepte in den unterschiedlichen Ländern trotz ihrer strukturellen Gleichheit variieren. Deswegen sprach er sich dagegen aus, eine universelle Sprache der „conservation integrée“ zu schaffen, sondern argumentierte, dass zentrale Termini seiner Theorie wie „rénovation“ und „conservation“ so gewählt wurden, dass sie in jede andere nationale Fachsprache zu übersetzen wären.[28] Gleichwohl ging er davon aus, dass seine Termini (und die damit repräsentierten Ideen) universell übertragbar waren.

25 Leave a comment on paragraph 25 0 Viertens ließ Ostrowski auch in seiner Bildstrategie die Dichotomie zwischen Ost und West hinter sich.[29] Zwar illustrierte er überwiegend mit westeuropäischen (und insbesondere französischen) Beispielen die Thesen des Abschlussberichts. Gleichwohl bemühte sich der Autor auch immer wieder darum, neben den omnipräsenten westeuropäischen Referenzen auch osteuropäische Beispiele zu präsentieren, etwa Beispiele für die Integration moderner Architektur in ein Ensemble historischer Bauten aus Budapest, Warschau und Danzig. Besonders deutlich tat er dies in dem Kapitel über die „Bedingungen des Erfolgs“ einer Verbindung von Modernisierung der Stadt und dem Schutz von Baudenkmälern, wo er Denkmalschutzzonen aus Frankreich und der Tschechoslowakei vorstellte.

26 Leave a comment on paragraph 26 0 Ostrowski spielte auch in den folgenden Jahren eine zentrale Rolle für die Verknüpfung polnischer und westeuropäischer Diskurse. Er publizierte 1980 ein polnisches Lehrbuch über Stadtplanung und Denkmalschutz, in dem er mit zahlreichen, ursprünglich für die IFHP gesammelten Beispielen für eine Rückkehr zur historischen Raumstruktur in den Innenstädten argumentierte.[30]

27 Leave a comment on paragraph 27 3 Obwohl Ostrowski weiterhin als ein Mittler zwischen Ost und West fungierte, verfolgte er mit seinem Engagement keine dezidiert politische Agenda. Es ist fraglich, ob man Ostrowskis Eintreten für eine stärkere Berücksichtigung historischer Bauten und seinen Rekurs auf westliche Modelle in Bezug zur Solidarność-Bewegung von 1980 und 1981 setzen kann, wie es Agnieszka Zablocka-Kos getan hat.[31] Die Akteure der Gewerkschaft Solidarność wandten sich zur polnischen Geschichte hin und forderten gleichzeitig Bürgerrechte und Öffentlichkeit in einen pan-europäischen Rahmen mit Rekurs auf die Ergebnisse des KSZE-Prozesses. Ostrowski ging es im Unterschied zu Solidarność nicht primär um politischen Wandel. Stattdessen war sein Augenmerk darauf gerichtet, einzelne Systeme – ungeachtet ihrer politischen Verfassung – durch wissenschaftliche Planungs- und Denkmalschutzkonzepte effizienter zu machen. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass er keine universelle Sprache der „conservation integrée“ schaffen wollte, sondern seine Begriffe so wählte, dass sie in unterschiedliche sprachliche und natürlich auch politische Zusammenhänge übersetzbar blieben. Damit schloss er implizit auch einen durch vermeintlich universelle Konzepte forcierten Wandel dieser sprachlichen und politischen Kontexte aus.

Fazit

28 Leave a comment on paragraph 28 1 Anhand des Beispiels von Ostrowski wollte dieses Essay skizzieren, dass auch in Osteuropa Sozialexperten mit Hilfe von Konzepten, welche die engen Grenzen des Kalten Krieges überschritten und einen gesamteuropäischen Referenznahmen steckten, Probleme diagnostizierten, Lösungsvorschläge skizzierten und somit auch eine Grundlage für eine blockübergreifende Kooperation legten. Damit schließt dieses Essay insbesondere an Forschungen an, die verdeutlicht haben, dass Wissenschaftler und Experten in den osteuropäischen Satellitenstaaten über einen gewissen Spielraum verfügten, eigenständige  professionelle Beziehungen über die Blockgrenzen hinweg aufzubauen und gesellschaftliche Probleme in einem Referenzrahmen zu problematisieren, der das binäre Denken des Kalten Krieges zumindest teilweise hinter sich ließ.[32]

29 Leave a comment on paragraph 29 0 Ebenfalls sensibilisiert dieses Essay erneut für die langfristigeren Traditionen, in denen die wissenschaftsbasierten Ordnungsvorstellungen, welche die Blockkonfrontation des Kalten Krieges transzendierten, standen.[33] Insbesondere das Interesse an vermeintlich universell gültigen szientistischen Planungskonzepten aus den westeuropäischen Industrienationen, das polnische Experten wie Ostrowski in der Zwischenkriegszeit ausgebildet hatten, war ausschlaggebend dafür, dass sie auch nach 1945 wieder an den überwiegend in westlichen Industrienationen lokalisieren Expertennetzwerken partizipieren wollten. Im Unterschied zur Zwischenkriegszeit nahmen polnische Experten dann nicht mehr nur die Rollen der Lernenden ein, sondern formulierten selber Planungskonzepte, welche sie für allgemein umsetzbar hielten.

30 Leave a comment on paragraph 30 1 Das unter der Federführung von Ostrowski ausgearbeitete Konzept einer „conservation integrée“ verdeutlicht schließlich auch die Ambivalenz von einigen der von osteuropäischen Experten ausgearbeiteten universellen Ordnungsentwürfe, welche die Systemlogik zumindest teilweise transzendieren sollten. Einerseits behaupteten Akteure wie Ostrowski, dass ihre Ideen eine Gültigkeit jenseits der ideologischen Konfrontation besaßen. Andererseits entwickelten sie daraus aber keine politischen Ansprüche. Die Transzendierung der Systemlogik des Kalten Krieges musste also nicht mit expliziten Forderungen nach Veränderungen des internationalen Systems einhergehen. Das Ziel von Fachleuten wie Ostrowski bestand darin, die bestehenden Gesellschaften mit szientistischen Mitteln effizienter zu machen, ohne ihren grundsätzlichen Charakter zu ändern. Eine wissenschaftsbasierte Stadtplanung war in den 1970er Jahren also für osteuropäische Experten gleichsam ein Mittel, um die Blockgrenzen zu überwinden,  als auch um diese zu konsolidieren.

31 Leave a comment on paragraph 31 0  

Literatur und Quellen

  • 32 Leave a comment on paragraph 32 0
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33 Leave a comment on paragraph 33 0 [1] Vgl. Bodenschatz: Antworten West-Berlins auf die Stalinallee, S. 153-162; siehe auch Provoost: Exporting New Towns.

34 Leave a comment on paragraph 34 0 [2] Siehe Wakeman: Practicing Utopia; Gfeller: Preserving Cultural Heritage across the Iron Curtain.

35 Leave a comment on paragraph 35 0 [3] Zum transnationalen Engagement von Ostrowski im Osteuropa der 1950er Jahre: vgl.Brandt: Geschichte der Denkmalpflege in der SBZ/DDR, S. 5ff, 69-73.

36 Leave a comment on paragraph 36 0 [4] Siehe dazu nur Wagner: Stadtplanung für die Welt?.

37 Leave a comment on paragraph 37 0 [5] Zur Ost-West-Kooperation in den genannten Netzwerken: Iriye: Global Community; Kott: Par-delà la guerre froide; Gfeller: Preserving Cultural Heritage across the Iron Curtain.

38 Leave a comment on paragraph 38 0 [6] Olenderek: Łódzki modernizm, S. 9-10

39 Leave a comment on paragraph 39 0 [7] Die IFHP wechselte mehrmals in ihrer Geschichte ihren Namen. Aus Gründen der Lesbarkeit wird hier nur von IFHP geschrieben. Zur Geschichte dieses Verbandes vgl. nur Phillip Wagner, Stadtplanung für die Welt?.

40 Leave a comment on paragraph 40 0 [8] Zum Eintritt von Ostrowski in die IFHP: Meeting of the Executive Committe of the International Federation for Housing and Town Planning, London, 15.07.1935, International Federation for Housing and Planning – Archiv, Den Haag / Letchworth (IFHPA), Box 7; vgl. den Abdruck von Ostrowskis Rede: Leyberg, Wacław, Poszerzenia I Przebicia Ulic, S. 321-327, S. 365-371.

41 Leave a comment on paragraph 41 0 [9] Zu Rudolf: IFHTP 1929, 3, 129.

42 Leave a comment on paragraph 42 0 [10] Siehe Kohlrausch: Warszawa Funkcjonalja.

43 Leave a comment on paragraph 43 0 [11] Zu Ostrowski und dem Warschauer Wiederaufbau: Klain: City Planning in Warsaw. Zu Ostrowskis Bezügen zur IFHP nach 1945: Tagebuch des IFHTP-Sekretariats, Einträge: 04.04.1946 u. 23.04.1946, IFHPA, Box 8.

44 Leave a comment on paragraph 44 0 [12] Zu Ostrowskis und Chmielewskis Beiträgen: IFHTP 1946, Final Report, S. 61-62, 184-186; zum Programm der IFHP nach 1945: Broschüre: What is the International Federation?, o.D. (ca. 1946), SUA, T-PEP, International Work, Ordner 1; zur Kampagne von Pepler: Hardy: From Garden Cities to New Towns, S. 240–284, vor allem S. 278–284.

45 Leave a comment on paragraph 45 0 [13] Zum Antikommunismus von Pepler und der IFHP-Führungsriege: Pepler an Osborn, 27.09.1950, HALS, FJO H 7; zu den Ansichten der polnischen Funktionäre: IFHTP 1950, S. 11.

46 Leave a comment on paragraph 46 0 [14] IFHTP 1950, S. 45

47 Leave a comment on paragraph 47 0 [15] Malisz argumentierte, Industriegebiete gleichmäßig zu verteilen, überflüssige Transportwege zu eliminieren, vermeintlich rückständige Gebiete durch die Ansiedlung von Industrie zu entwickeln, die oftmals chaotisch gewachsenen Industriegebiete zu entmischen, Industrien stattdessen planmäßig zu konzentrieren und Investitionen vollständig auszuschöpfen (IFHTP 1950, S. 45).

48 Leave a comment on paragraph 48 0 [16] Zu den politischen Umwälzungen: Borodziej: Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, S. 260-278. Zum Lebenslauf Ostrowskis: Ostrowski, Wacław, Wprowadzenie do his historii budowy miast, S. 10; zu Malisz: Gutschow/Klain: Vernichtung und Utopie, S. 153.

49 Leave a comment on paragraph 49 0 [17] Kott: Par-delà la guerre froide.

50 Leave a comment on paragraph 50 0 [18] Brandt: Geschichte der Denkmalpflege in der SBZ/DDR.

51 Leave a comment on paragraph 51 0 [19] Borodziej: Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, S. 284, 301-302.

52 Leave a comment on paragraph 52 0 [20] Vgl. beispielsweise First Meeting of the Standing Comittee of Professional Planners, Bordeaux, 12.09.1955, SUA, T-PEP, International Work, Box 5, Ordner 12.

53 Leave a comment on paragraph 53 0 [21] Cupers: The Social Project, S. 201. Außerdem nahm Ostrowski auch an den Tagungen der UNESCO teil und beteiligte sich an der Vorarbeit der Welterbekonvention (vgl. nur Meeting of Experts to Establish an International System for the Protection of Monuments, Groups of Buildings and Sites of Universal Interest, Paris, 21 – 25.06.1968, UNESCO Archiv, Dokument SHC/MD/4).

54 Leave a comment on paragraph 54 0 [22] Dazu nur: Pechatnov: Soviet-American Relations Through the Cold War, S. 109-114.

55 Leave a comment on paragraph 55 0 [23] Borodziej: Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, S. 346-349.

56 Leave a comment on paragraph 56 0 [24] Gfeller: Preserving Cultural Heritage across the Iron Curtain; Gzowska: Exporting Working Patterns.

57 Leave a comment on paragraph 57 0 [25] Ostrowski: Les ensembles historiques et l’urbanisme, S. 1-3

58 Leave a comment on paragraph 58 0 [26] Ostrowski: Les ensembles historiques et l’urbanisme, S. 5

59 Leave a comment on paragraph 59 0 [27] Ostrowski: Les ensembles historiques et l’urbanisme, S. 6-7, 44.

60 Leave a comment on paragraph 60 0 [28] Ostrowski: Les ensembles historiques et l’urbanisme, S. 5-6

61 Leave a comment on paragraph 61 0 [29] Vgl. die französischen Beispiele im Kapitel über die verschiedenen Haltungen gegenüber dem Kulturerbe: Ostrowski: Les ensembles historiques et l’urbanisme., S. 25-30, die osteuropäischen Beispiele für die Integration moderner Architektur in historische Ensembles: ebd., S. 232-236, und die Beispiele im letzten Kapitel: Ostrowski: Les ensembles historiques et l’urbanisme, S. 322-369.

62 Leave a comment on paragraph 62 0 [30] Ostrowski: Zespoły zabytkowe a urbanistyka; vgl. dazu Zablocka-Kos: Die Entstehung der modernen Metropole, S. 171.

63 Leave a comment on paragraph 63 0 [31] Zablocka-Kos: Die Entstehung der modernen Metropole, S. 172.

64 Leave a comment on paragraph 64 0 [32] Autio-Sarasmo/Miklóssy (Hg.): Reassessing Cold War Europe.

65 Leave a comment on paragraph 65 0 [33] Gfeller: Preserving Cultural Heritage across the Iron Curtain.

66 Leave a comment on paragraph 66 0  

Source: https://opr.degruyter.com/den-kalten-krieg-vermessen/phillip-wagner-stadtplanung/