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Tobias Nanz: Das Rote Telefon

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Die Bipolarität des Kalten Krieges ist eine Weltordnung, die die Vorstellung von dieser Zeit bis heute vorrangig zu prägen scheint.[1] Die Gegenüberstellung von West- und Ostblock, von NATO und Warschauer Pakt oder von USA und UdSSR hat dieses Bild gleichermaßen erzeugt wie die atomare Bewaffnung der beiden ‚Supermächte‘, mit deren Stärke sich keine der anderen Atommächte messen konnte. Trotzdem wurde bereits während des Kalten Krieges, bei dem es sich ohnehin um keinen homogenen Zeitraum handelt,[2] die binäre Ordnung in Frage gestellt. So bezweifelte Richard Nixon im Jahr 1972 diese Bipolarität und nahm Westeuropa, China sowie Japan in den Reigen der ‚Ordnungsmächte‘ auf. Andere sahen ein Dreieck mit den Eckpunkten USA, UdSSR und China, obgleich der Status der Volksrepublik gelegentlich umstritten war.[3]

2 Leave a comment on paragraph 2 2 Zur Manifestation des binären Codes des Kalten Krieges mussten weitere Faktoren beitragen. Aufbauend auf empirisch nachvollziehbaren Kräfteverhältnissen kamen Fiktionen hinzu, die die Schrecken eines möglichen Krieges und der nuklearen Apokalypse benannten und die Vorstellungswelten der Bevölkerungen anregten. Das Rote Telefon zählt zu diesen Fiktionen. Es wurde von Literatur und Film, aber auch von politischen Debatten in einen Diskurs eingeführt, der die gegenseitige Adressierung der beiden zentralen Mächte des Kalten Krieges betont, um die Welt vor einem Atomkrieg zu schützen. Das Rote Telefon ist vielleicht das bipolare Medium schlechthin: Es besitzt genau einen Kanal, an dessen Enden je ein Telefon angeschlossen ist, so dass zur Kontaktaufnahme nicht einmal eine klassische Wählscheibe oder ein Ziffernblock notwendig sind. Und es ist gleichzeitig in der Position des Dritten, da es mit ihm möglich ist, in Situationen, in denen die Fronten verhärtet sind, die gezogenen Grenzen zu unterlaufen.

3 Leave a comment on paragraph 3 1 In diesem Essay sollen am Beispiel des Roten Telefons und tatsächlich eingerichteter Hotlines die Funktion von störenden, parasitären Dritten in der Krisenkommunikation behandelt werden. Es soll gezeigt werden, wie Krisenkommunikationsmedien des Kalten Krieges einerseits an der Formation eines bipolaren Weltbildes beteiligt waren, andererseits dieses auch gleichzeitig unterliefen. Die Position des Dritten markiert dabei stets eine Position des Störers: Er tritt hinzu, wenn zwei eine binäre Ordnung entfalten – vielmehr war er immer schon da und ist eine der Konstitutionsbedingungen des Zusammenschlusses der beiden anderen, die ihn nunmehr auszuschließen suchen.[4] Keine Kommunikation ohne Rauschen.

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Nach einer kurzen Sichtung der Geschichte der ersten transatlantischen Funktelefonverbindung zur politischen Krisenkommunikation im Zweiten Weltkrieg und eines zeitgenössischen, bis heute klassischen Kommunikationsmodells, werden im zweiten Abschnitt das Rote Telefon und die Hotline zwischen den USA und der UdSSR behandelt. Der dritte Teil befasst sich mit den Plänen der britischen Regierung, als eine dritte Partei an der Krisenkommunikationsleitung teilzuhaben und sich auf den Kanal aufzupfropfen. Im vierten Abschnitt wird eine semantische Störung der Hotline behandelt, die auf die „Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation“[5] verweist. Abschließend folgen zusammenfassende Überlegungen zur Funktion des Dritten in den Kommunikationsdispositiven des Kalten Krieges.

Rauschen im Zweiten Weltkrieg

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Das Rauschen des Atlantiks mochte der englische Mathematiker Alan Turing während seiner Überfahrt nach New York im November 1942 nicht ungestört genossen haben. Die Sorge vor einem Torpedoangriff der deutschen U-Bootflotte bedrohte die Schiffsverbindung zwischen England und den USA. Turing trat seine Reise im Auftrag der britischen Regierung an, um in den Vereinigten Staaten unter anderem an Verschlüsselungsprojekten mitzuarbeiten und die Technik der Funktelefonverbindung zwischen Washington und London vor ihrer Fertigstellung und Installation zu begutachten. Diese Anlage ermöglichte einen abhörsicheren Kanal zwischen Präsident Theodore Roosevelt und Premierminister Winston Churchill, um Kriegstaktiken ohne größere Verzögerungen und ohne Sorge vor Abhörtechniken des Feindes besprechen zu können. Dafür wurden die Sprachsignale von ihrer Redundanz befreit und in diskrete Impulse umgewandelt, um mit einer Einmalverschlüsselung über den Atlantik gefunkt werden zu können. Im US-amerikanischen Hauptquartier in London wurden die Signale wieder dekodiert und in den als Toilette getarnten Telefonraum der Cabinet War Rooms weitergeleitet.[6] In semantischer Hinsicht war deshalb das Rauschen der verschlüsselten Funkverbindung für das Personal der deutschen Abhörstationen gleichsam unverständlich wie das Rauschen des Meeres.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 In der Cafeteria der Bell Laboratories, jener berühmten Forschungs- und Rüstungsstätte der Vereinigten Staaten während des Zweiten Weltkrieges, traf Turing gelegentlich Claude Shannon, der am transatlantischen Telefonsystem beratend mitwirkte und an der Ausarbeitung der mathematischen Informationstheorie saß.[7] Dieser befasste sich mit der Frage, wie man Daten mithilfe elektronischer Kanäle (etwa Telegrafie oder Telefonie) weiterleiten kann, und arbeitete an den mathematischen wie auch technischen Möglichkeitsbedingungen der Signalübertragung. Seine Theorie folgte der Überlegung, Kommunikation zwischen einem Sender und einem Empfänger stets als gestört zu betrachten, weshalb er in seinem Kommunikationsmodell eine Stör- und Rauschquelle aufnahm. Denn Störungen wie das Rauschen verschiedener technischer Komponenten oder der Atmosphäre wirken gleichermaßen auf den Kanal ein wie etwa ein menschlicher Sender, der einem Empfänger Bedeutung übermitteln möchte.[8] Deshalb ist geglückte Kommunikation stets abhängig von Störungen: Je größer der Signal-Rausch-Abstand ist, je stärker sich also ein Signal vom Rauschen absetzen kann und deutlicher hervortritt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Nutzsignal seinen Empfänger erreicht und nicht im Rauschen untergeht.[9] Das Rauschen und die Störung wurden in Shannons Theorie so zu einer Größe, die der gewünschten Kommunikation vorgängig ist und diese konstituiert: Denn es gab atmosphärischen Entladungen schon vor Funkverbindungen, auf die jene störend einwirken – und die deutschen Abhörstationen horchten den Atlantik schon vor der transatlantischen Funkverbindung zwischen Roosevelt und Churchill ab, so dass die Signale zusätzlich mit einem Schlüssel verrauscht werden mussten. Aus der Vervielfältigung der Sender folgen unterschiedliche und wechselnde Annahmen über die Störposition: Während für zwei Parteien die Verschlüsselung der Nachrichten die Voraussetzung der Kommunikation ist, kann eine dritte Partei das Rauschen der Codes nur als eine ärgerliche Störung deuten.

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Die Bedeutung dieses Modells, das jeden Kommunikationsvorgang beschreiben und erfassen kann, geht dabei weit über die Informationstheorie hinaus und reicht in die Philosophie, in die Kybernetik und in die Medientheorie hinein: Aus einem zweiwertigen Schema wie Subjekt-Objekt oder Sender-Empfänger wird ein dreiwertiges gebildet, das eine dritte Partei integriert, die man als Störer oder Parasiten klassifizieren mag.[10] Gelungene Kommunikation bedeutet seitdem nichts anderes als den „erfolgreiche[n] Ausschluß dieses Dritten.“[11]

Das Rote Telefon

8 Leave a comment on paragraph 8 0 Die Leitung zwischen den Regierungschefs von Großbritannien und den USA wurde rege genutzt und bleib auch nach dem Krieg in Betrieb. In der Geschichte der internationalen Beziehungen ist die Telefondiplomatie dennoch ein ambivalentes Instrument. Vorteilhaft ist, dass man unmittelbar von seinem*r Gesprächspartner*in eine Antwort erhält und diese vielleicht auch mit einer emotionalen Reaktion der Stimme verknüpfen kann. Diese unmittelbare Reaktion mag sich aber auch nachteilig auswirken, wenn affektive Reaktionen provoziert werden oder wenn in einer Fremdsprache verhandelt wird, die eine Person nicht ausreichend beherrscht. Deshalb ist die Telefondiplomatie auch eher ein Medium für Politiker*innen befreundeter Staaten, da Affekte und Missverständnisse bei der Wahl der (Fremd-)Worte nicht unbedingt ins Gewicht fallen.[12]

9 Leave a comment on paragraph 9 0 Nachdem die Sowjetunion den Vorsprung der Vereinigten Staaten in der nuklearen Bewaffnung aufgeholt hatte und beide Mächte an Interkontinentalraketen arbeiteten, wurde das Problem der Krisenkommunikation zwischen Washington und Moskau virulent. Der US-amerikanische Spieltheoretiker Thomas Schelling hob in einem Aufsatz zur begrenzten Kriegsführung hervor, dass jederzeit Kommunikationsleitungen für Verhandlungen zur Verfügung stehen müssten, die von autorisierten Personen benutzt werden könnten.[13] Der US-amerikanische Außenminister Christian Herter schlug 1960 eine Standleitung zwischen beiden Ländern vor, um einen Atomkrieg, der auf einem Missverständnis beruht, zu verhindern. Und schließlich lancierte der Journalist Jess Gorkin eine Artikelserie in dem Magazin Parade, die sich für eine Hotline einsetzte und in einem offenen Brief an Ministerpräsident Nikita Chruschtschow und Präsident Dwight Eisenhower die Frage stellte: „Must a world be lost for want of a telephone call?“[14]

10 Leave a comment on paragraph 10 0 Die Telefongespräche, die Gorkin aufrief, wurden bis zur Kubakrise 1962 allein von fiktionalen Regierungschefs geführt. So gibt es eine transatlantische Telefonverbindung in Peter Georges Roman Red Alert (1958) sowie in Peter Burdicks und Harvey Wheelers Buch Fail-Safe (1962), mit der der amerikanische Präsident und der sowjetische Ministerpräsident einen umfassenden Atomkrieg abwenden können. Die Verfilmungen der genannten Romane, Fail-Safe und Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (beide USA 1964), erhöhten die Bekanntheit eines solchen Telefons, das während des Kalten Krieges unter den Namen Rotes Telefon berühmt wurde.

11 Leave a comment on paragraph 11 0 Dieses ist ein hybrides Objekt, das aus einer Gemengelage von Gründen entstanden ist, zu der die technische Möglichkeit, die politische und militärische Notwendigkeit sowie eine Popularisierung durch die Massenmedien zählt. Technisch möglich war es, da man auf bestehende Leitungen sowie Geräte zugreifen konnte und die Verschlüsselungstechnik vorhanden war. Politisch und militärisch notwendig wurde es aufgrund der Strategien der Atomkriegsführung, die eine sichere Verhandlungsoption zur Klärung von Missverständnissen oder zur Begrenzung eines möglichen Krieges bieten mussten. Die literarischen und filmischen Fiktionen, aber auch Karikaturen und andere künstlerische Produkte, machten auf die Gefahren eines Atomkriegs aufmerksam und sahen oft aus narrativen Gründen Telefonate in Krisensituationen vor, um die jeweiligen Regierungschefs beim Verhandeln beobachten zu können. Denn ein Präsident am Fernschreiber – Stanley Kubrick beschrieb in einem Vorläuferdrehbuch zu Dr. Strangelove einen telegrafierenden Präsidenten[15] – scheint in dramaturgischer Hinsicht schwieriger zu inszenieren zu sein als ein Regierungschef, dessen Verzweiflung und überschlagende Stimme am Telefon zu hören ist. An solche Szenarien knüpften in der Lebenswirklichkeit Lyndon B. Johnson 1964 und Walter Mondale 1984 in ihren Präsidentschaftskampagnen an, wenn sie Wahlkampffilme produzieren ließen, die Rote Telefone zeigen (bei Johnsons Schwarz-Weiß-Film ist die Farbe nicht zu erkennen) und so ihre Verhandlungssicherheit als (mögliche) Regierungschefs hervorheben.[16] Die Farbe Rot verweist auf Macht und Herrschaft[17] – Attribute, die Präsident*innen zugeschrieben werden und insbesondere vor dem Hintergrund eines möglichen Atomkrieges sicher zutreffend sind. Die Fiktion der Wahlkampffilme floss durch Massenmedien in die Lebenswirklichkeit ein.

12 Leave a comment on paragraph 12 0 Denn, wie eingangs bereits erwähnt, hat es das Rote Telefon nie gegeben. Was sich hier vollzieht, ist der Eintritt der Fiktion als Parasit in den Kommunikationskanal zwischen Politik und Bevölkerung. Dieser Parasit ist bei beiden allerdings höchst willkommen. Wahlkampfleiter instrumentalisierten den neuen Mythos, um die Handlungsfähigkeit der Präsidentschaftskandidaten hervorzuheben, die durch einen spontanen, selbstsicheren und argumentativ überzeugenden Gesprächsstil bestechen mögen. Die Bevölkerung konnte sich ihrerseits damit beruhigen, dass überhaupt eine schnelle Kommunikationsmöglichkeit zwischen den beiden Hauptstädten eingerichtet wurde und in Krisensituationen nahezu direkt miteinander verhandelt werden kann. Die Fiktion des Roten Telefons hatte Bestand aufgrund der stets präsenten Furcht vor einem Atomkrieg.[18]

13 Leave a comment on paragraph 13 1 Kurz vor einem Atomkrieg stand die Welt während der Kubakrise im Jahr 1962. Dieser Konflikt führte nicht nur John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow, sondern auch der Weltöffentlichkeit vor, dass eine direkte Verdrahtung zwischen Washington und Moskau notwendig ist. Der Streit um die Stationierung von Atomraketen auf der karibischen Insel hätte auch in einem Atomkrieg münden können, da die Kommunikationsmöglichkeiten in jeder Hinsicht mangelhaft waren. Denn es war Kennedy und Chruschtschow nicht möglich, auf schnellem Weg miteinander zu kommunizieren. So musste der sowjetische Ministerpräsident den Sender Radio Moskau bemühen, um eine Stellungnahme zu senden, die dem Präsidenten den Abzug der sowjetischen Raketen signalisierte und die Lage deeskalierte.[19] Dieser durchaus kreative Mediengebrauch hätte aber auch seinen Adressaten verfehlen und so die Lage bis hin zum Krieg verschärfen können.

14 Leave a comment on paragraph 14 1 Deshalb beschlossen beide Parteien, eine telegrafische Fernschreiberverbindung zwischen den beiden Hauptstädten einzurichten. Die Kabelverbindung verlief vom Pentagon durch den Atlantik über London, Kopenhagen, Stockholm und Helsinki zum Kreml und wäre im Störfall durch eine Funkverbindung über Tanger ersetzt worden. Die USA und die UdSSR belieferten sich gegenseitig mit den Fernschreiberausrüstungen, um sowohl das kyrillische wie auch das lateinische Alphabet darstellen zu können. Jede Partei konnte so in ihrer Sprache schreiben, um die eigene Souveränität zu wahren und in den eigenen Telegrammen Übersetzungsfehler zu vermeiden. Im Pentagon waren mehrere Teams aus Techniker*innen und Übersetzer*innen eingesetzt, die rund um die Uhr die Maschinen beaufsichtigten und mit stündlichen Testtelegrammen überprüften, um für Krisensituationen gewappnet zu sein.[20] Im September 1963 ging die Anlage schließlich in Betrieb und bestand ihre erste Bewährungsprobe im Verlauf des Sechstagekrieges im Juni 1967.[21]

Britische Störung

15 Leave a comment on paragraph 15 0 Der britische Premierminister Harold Macmillan muss um die weltpolitische Bedeutung des britischen Empires besorgt gewesen sein, als er von den Hotline-Verhandlungen zwischen den USA und der UdSSR informiert wurde. Für den privilegierten Krisenkanal, der durch London führen sollte, war keine Schnittstelle im Regierungsviertel Westminster vorgesehen. In der Frühphase der US-amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen versuchte seine Regierung diesen Missstand zu beheben, sich in die Gespräche einzuschalten und ebenso eine Telegrafenverbindung nach Moskau zu erreichen. Die Verbündeten in Washington baten Macmillan allerdings, diese Angelegenheit zunächst nicht voranzutreiben,[22] um die amerikanische Verhandlungen mit der sowjetischen Seite nicht zu stören.

16 Leave a comment on paragraph 16 1 Bei einem Abendessen im Februar 1966 sprach Premierminister Harold Wilson das Thema gegenüber Ministerpräsident Alexej Kossygin an und bewarb die Vorzüge Großbritanniens in der Position des Dritten:

„There might be occassions when the Americans might find it preferable to make urgent points to the Russians through a third party rather than directly, and vice versa.“[23]

18 Leave a comment on paragraph 18 0 Seine Absicht war sicher ehrenhaft, zeigt aber, dass er die Idee der Hotline nicht verinnerlicht hatte. Ihr Ziel besteht nicht in der Aufnahme indirekter diplomatischer Verhandlungen, sondern im Gegenteil in der direkten Adressierung gegnerischer Parteien, die schlimmstenfalls kurz vor einem Nuklearkrieg stehen.

19 Leave a comment on paragraph 19 0 Kossygin nahm die Idee nur zögerlich auf,[24] während sich die Entschlossenheit der Briten bereits wenige Wochen nach der Unterzeichnung des Hotline-Agreements zwischen der USA und der UdSSR vom Juni 1963 in konkrete Planungen manifestierte. Sir Bernard Burrows, der Chairman des Joint Intelligence Committees, ließ dafür drei Varianten ausarbeiten. Die erste genoss in den Verhandlungen Priorität: Dort war vorgesehen, dass sich die britische Regierung auf den US-amerikanisch-sowjetischen Kanal aufpfropft, was nicht nur Kosten gespart, sondern sie zudem in eine machtvolle Position versetzt hätte. „By this method“, so kann man in dem Entwurf lesen,

„we would recieve all messages passing on the link, and it would not be open to the Russians and the Americans to communicate privately by this, unless they employed a cypher setting which was withheld from us.“[25]

21 Leave a comment on paragraph 21 0 Zudem, so die weitergehende Überlegung, ließe sich zum einen für Nachrichten nach Washington und Moskau je eine separate Leitung einrichten. Bei Verwirklichung dieser Variante hätte die britische Regierung als dritte parasitäre Partei eine machtvolle Position erlangt. Ihr wäre es möglich gewesen, die gesamte Kommunikation zwischen Washington und Moskau abzuhören, sofern sie nicht durch eine ihr unbekannte Verschlüsselung ausgegrenzt worden wäre. Zugleich hätten die Briten die Möglichkeit gehabt, der einen Partei ohne das Wissen der anderen ein Telegramm zuzusenden. Die US-amerikanischen Verbündeten verwarfen diesen Vorschlag sofort.[26]

22 Leave a comment on paragraph 22 0 Die zweite Variante schlug ein Modell vor, das die britische Regierung in doppelter Hinsicht in die Position eines informationspolitischen Vasallen versetzt hätte. Denn entlang dieser Pläne wäre London kein direkter Zugriff auf die Hotline gewährt, sondern allein bei Bedarf von den beiden Hauptstädten zugeschaltet worden. Der Kanal Washington-Moskau wäre also ungestört geblieben und London hätte je eine separate Leitung nach Washington und Moskau einrichten müssen. Die britische Regierung hätte zwar so die Hauptstädte kontaktieren können, wäre allerdings nicht in der Position gewesen, lückenlos den gesamten Telegrammverkehr zu sichten. In dem Konzeptpapier heißt es dementsprechend:

„The disadvantage of this system from the U.K. point of view would be that it would still be open to Washington and Moscow to be selective about the messages which they passed to London.“[27]

24 Leave a comment on paragraph 24 0 Diese Variante hätte Misstrauen geschürt. Wenn etwa die US-amerikanische Regierung ein Telegramm nach Moskau hätte senden wollen, wäre es ihre Entscheidung gewesen, ob in der Hotline-Zentrale im Pentagon gleichzeitig eine Kopie nach London abgeschickt worden wäre. Aus der Sicht Londons, eigentlich als Dritter in der Position des Störers und Parasiten, wäre der Sender Washington oder Moskau ein permanenter Störer geworden, da beide die Weiterleitung der Nachrichten nicht garantiert hätten. Auch auf Vorschlag der US-Amerikaner wurde schließlich die dritte Variante im Jahr 1967 umgesetzt, der eine separate Hotline zwischen London und Moskau vorsah.

25 Leave a comment on paragraph 25 0 Ein anderer Dritter war allerdings schneller. Seinen Erfolg vermeldeten Ende Juni 1966 die britischen Tageszeitungen: „‚White‘ phone from France to Soviet Union.“[28] Charles de Gaulle kam im Rahmen seiner osteuropäischen Entspannungspolitik den Plänen der britischen Regierung zuvor und plante eine Fernschreiberverbindung von Paris nach Moskau, die offiziell den Zweck der europäischen Einigung dienen sollte und vor dem britischen heißen Draht aktiviert wurde. Diese wurde in der vorangegangenen Staatsreise des Generals durch die Sowjetunion neben wirtschaftlichen Vereinbarungen verabredet. Er markierte damit Frankreich vor Großbritannien als eine politische Macht, die den Status erlangte, mit der Sowjetunion über einen direkten Kanal verbunden zu sein. Rote, Weiße und Grüne Telefone – in Frankreich wurde die „ligne de communication directe“[29] auch „Telephone Vert“[30] genannt – sowie Hotlines sind stets auch Prestigeprojekte.

Semantische Störung

26 Leave a comment on paragraph 26 0 Die Überprüfungsroutinen der Hotline Washington-Moskau wurden durch die regelmäßigen Übermittlungen sinnfreier Nachrichten vorgenommen. Eine Standardbotschaft war „The quick brown fox jumped over the lazy dog’s back 1234567890“ – ihr Vorteil bestand gerade darin, keine relevante Botschaft zu sein, also keine neue Information oder Bedeutung zu übermitteln, die gegebenenfalls ein Partei hätte beleidigen oder verwirren können. Erlaubt waren auch Lexikoneinträge oder Zitate aus unverfänglichen Literaturklassikern, gelegentlich sollen auch Beschreibungen des Sonnenuntergangs bei Moskau übermittelt worden sein. Es ging allein um die Überprüfung aller Typenhebel des Fernschreibers, die inhaltlich klar unterscheidbar sein musste von tatsächlichen Krisentelegrammen.

27 Leave a comment on paragraph 27 0 Am 27. Dezember 1968 wurde Präsident Lyndon B. Johnson über einen Vorfall informiert, der sich zwei Tage vorher zugetragen hatte. Im Rahmen einer Testroutine empfing das amerikanische Hotline-Terminal zunächst eine normale sowjetische Testnachricht, die in ihrem weiteren Verlauf allerdings von den Standards abwich. Colonel Vandebogard hielt in seinem Bericht fest:

28 Leave a comment on paragraph 28 0 „The Soviet translator-communications personnel started their customary circuit test with the standard test material […]. Immediately following this test material, the printer skipped several lines and began printing: HAPPY, MERRY, CHRISTMAS. This part of the message […] was especially prepared to spell out these three words with an artistic effect. In the judgment of experienced MOLINK officers, the Christmas greeting received was from the translator-communications personnel who regularly work at the Moscow end of the […] circuit. It was also deduced that no official Soviet position on the religious implication of the Christmas season was involved.“[31]

29 Leave a comment on paragraph 29 0 Der künstlerische Effekt bestand darin, die Konturen der einzelnen Buchstaben von „HAPPY, MERRY, CHRISTMAS“ mit einzelnen Typen nachzuzeichnen, so dass der Weihnachtswunsch großflächig auf das Papier gedruckt wurde. Das amerikanische Molink-Team[32] antwortete unter anderem mit dem Lob: „We are impressed with your technique.“[33]

30 Leave a comment on paragraph 30 0 Dieser Vorfall hätte eigentlich keine besondere Erwähnung verdient, wenn er nicht einen Offizier zu einem Bericht bewogen hätte, der sogar dem Präsidenten vorgelegt wurde. Darin wurde betont, dass nur ein bestimmter „type of literature“[34] für Testnachrichten zulässig sei; andere Telegramme müssten erst freigegeben werden, was im vorliegenden Fall bei der sowjetischen Seite wohl nicht geschehen sei. Aus dem Vorfall lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen. Erstens kann diese eher humoristische Nutzung der Hotline im Rahmen einer Routineprüfung zeigen, dass alles, was vom Standardprocedere abwich, einer gesonderten Untersuchung unterzogen wurde. Hier wurde etwa die Überlegung angestellt, ob man aus den Weihnachtswünschen irgendeine sowjetische Position zur Religion ableiten könne – was letztlich abschlägig beurteilt wurde. Hier zeigt sich ein neuer Störungstyp: Nachdem der Signal-Rausch-Abstand richtig justiert, also die Kommunikation durch die Ausblendung des Rauschens ermöglicht wurde, rückt eine semantische Frage und Störung in den Fokus. Wird die Nachricht, die ein Sender übermittelt hat, auch vom Empfänger verstanden? Ist die Nachricht eine einfache Weihnachtsbotschaft oder kann eine hermeneutische Lektüre noch andere Informationen hervortreten lassen?

31 Leave a comment on paragraph 31 0 Zweitens zeigt sich, dass die Hotline alles andere als eine Direktverbindung zwischen den beiden Regierungschefs ist, sondern dass Dritte, also Akteur*innen wie Techniker*innen und Übersetzer*innen, dazwischengeschaltet sind. Diese entfalten eine eigene, eine kleine Politik, die sich weniger mit den ‚großen Linien‘ der Außenpolitik befasst, sondern Höflichkeitsformen, Witze oder alltägliche Rituale thematisieren. Die Praktiken der Außenbeziehungen benötigen neben menschlichen Akteur*innen auch Techniken und Medien, die die Kommunikation formen und damit auf die Inhalte Einfluss nehmen.

Medien als Dritte der Politik

32 Leave a comment on paragraph 32 0 Die Überlegungen, die in diesem Essay angestellt wurden, befassen sich mit der Position des Dritten, die Krisenkommunikationsmedien wie das Rote Telefon einnehmen, dann aber auch je nach Blickwinkel, Skalierung oder Abhängigkeit vom Rauschen wechseln kann.[35] Die Position des Dritten wurde hier auf vier Ebenen diskutiert, die allesamt ein dreiwertiges Kommunikationsschema entfalten, aber mit Blick auf unterschiedliche Störquellen den Dritten auf wechselnde Positionen plaziert.

33 Leave a comment on paragraph 33 0 Erstens ist das fiktive Rote Telefon oder eine Hotline automatisch ein Dritter, der die Grenzziehung zwischen Ost und West, die in einem Krisenfall besonders verhärtet ist, überwinden kann. Die Fokussierung auf mögliche Krisen und das technische Dispositiv eines Kanals mit zwei Apparaten formieren ein biploares Weltbild, an dem tatsächliche Ereignisse wie auch Fiktionen mitgewirkt haben. Die mögliche Störung, die in einem unbeabsichtigten Atomkrieg hätte münden können, etwa ein technischer Defekt, ein Computerfehler oder ein verwirrter leitender Offizier, ist die Voraussetzung des Roten Telefons. Allein ein Krisenkommunikationsmedium hätte bei zeitkritischen Ereignissen Verhandlungen auf höchster politischer und militärischer Ebene zur Bereinigung von Missverständnissen ermöglichen können. Zweitens ist der Kanal von einem stetigen Hintergrundrauschen umgeben. Ziel der mathematischen Informationstheorie war es, dieses Rauschen herauszurechnen, um die Signale für den Empfänger dekodierbar zu machen, zugleich aber eine Störgröße als Bestandteil einer jeden Kommunikation vorauszusetzen. Drittens lässt sich am Beispiel der Washington-Moskau Hotline zeigen, dass ein privilegierter Krisenkanal, sobald er einmal geplant und installiert ist, andere Interessenten wie die britische Regierung anzieht. Die Kommunikation zwischen den USA und der UdSSR war und ist von offiziellen (Großbritannien) wie auch inoffiziellen Störern (Spionage) bedroht, die durch Ausgrenzung oder Verschlüsselung (also Gegenstörungen) abgewehrt wurden und werden. Schließlich können allerdings alle technischen Anstrengungen nicht garantieren, dass semantische Störungen auftreten. Gerade ein solch sensibles und sicherheitsrelevantes Medium wie die Hotline war darauf angewiesen, dass ihr Gebrauch strengen Protokollen folgte, um eingehende Telegrammen nicht falsch zu deuten. Auch bestand die Gefahr, dass in den Hochsicherheitsbereichen Dritte wie Techniker*innen oder Übersetzer*innen den Kanal auf eine alltägliche Art und Weise nutzten, für die dieser der Form nach nicht vorgesehen war. Politiken sind stets von Störungen bedroht, die Medien, verstanden als menschliche und nichtmenschliche Akteur*innen, als Möglichkeitsbedingung von Politik und Kommunikation verursachen. Ein*e Übersetzer*in oder eine unklare Nachricht wäre eine solche Störfigur gleichermaßen wie ein Hotline-Fernschreiber, dessen Operationen und Techniken auf die Ausarbeitung und Übermittelung der Botschaften Einfluss nehmen. Medien sind Dritte der Politik und prozessieren die Inhalte nie neutral.

34 Leave a comment on paragraph 34 0  

Literatur und Quellen

  • 35 Leave a comment on paragraph 35 0
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36 Leave a comment on paragraph 36 1 [1] Die Forschung, die zu dieser Veröffentlichung geführt hat, wurde vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council (ERC)) durch das siebte EU-Forschungsrahmenprogramm (FP7/2007-2013) finanziert / ERC grant agreement n° 312454. Die Recherchen in der Lyndon B. Johnson Presidential Library, in den National Achives (London) und in den Archives Diplomatiques (Paris/La Courneuve) wurden von einer Reisebeihilfe der Fritz Thyssen Stiftung, der Max Weber Stiftung (Gerald D. Feldman Reisebeihilfe) und vom DFG Graduiertenkolleg „Transnationale Medienereignisse von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart“ (Gießen) kofinanziert.

37 Leave a comment on paragraph 37 0 [2] Vgl. etwa Schild: 1983, S. 9-17.

38 Leave a comment on paragraph 38 0 [3] Vgl. Joffe: Macht und Mächte in der internationalen Politik, S. 13.

39 Leave a comment on paragraph 39 0 [4] Vgl. Serres: Der Parasit, S. 97.

40 Leave a comment on paragraph 40 0 [5] Vgl. Luhmann: Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation, S. 25-34.

41 Leave a comment on paragraph 41 0 [6] Vgl. Hodges: Alan Turing. The Enigma, S. 309-312; Holmes: Churchill’s Bunker, S. 128; Mills: Medien und Prothesen, S. 148-149.

42 Leave a comment on paragraph 42 0 [7] Vgl. Hodges: Alan Turing. The Enigma, S. 314-315.

43 Leave a comment on paragraph 43 0 [8] Vgl. Shannon: Communication in the Presence of Noise, S. 10-21.

44 Leave a comment on paragraph 44 0 [9] Vgl. aus medienwissenschaftlicher Perspektive Kittler: Signal-Rausch-Abstand.

45 Leave a comment on paragraph 45 0 [10] Vgl. Schüttpelz: Eine Ikonographie der Störung; Siegert: Die Geburt der Literatur aus dem Rauschen der Kanäle, S. 7.

46 Leave a comment on paragraph 46 0 [11] Serres, Hermes I, S. 50.

47 Leave a comment on paragraph 47 0 [12] Vgl. Berridge: Diplomacy, S. 93. Siehe auch Baumgarten: Psychologie des Telephonierens.

48 Leave a comment on paragraph 48 0 [13] Vgl. Schelling: Bargaining, Communication, and Limited War, S. 34.

49 Leave a comment on paragraph 49 0 [14] Zit. n. Stone: The Hot Line, S. 848.

50 Leave a comment on paragraph 50 0 [15] Vgl. Nanz: Vor dem Atomkrieg, S. 202.

51 Leave a comment on paragraph 51 0 [16] Vgl. zu Mondales Selbstpräsentation Nanz: Communication in Crisis, S. 71-75.

52 Leave a comment on paragraph 52 0 [17] Vgl. Wanzeck: Zur Etymologie lexikalisierter Farbwortverbindungen, S. 69.

53 Leave a comment on paragraph 53 0 [18] Vgl. zur Angst im Kalten Krieg Greiner/Müller/Walter (Hg.): Angst im Kalten Krieg; und Payk: Kalter Krieg.

54 Leave a comment on paragraph 54 0 [19] Vgl. Dobbs: One Minute to Midnight, S. 324, 336.

55 Leave a comment on paragraph 55 0 [20] Vgl. Lyndon Baines Johnson Presidential Library, Austin, Texas, Reference File, folder: Hot Line, Document Information Related to the Washington-Moscow Hot Line (Draft), S. 1-6.

56 Leave a comment on paragraph 56 0 [21] Vgl. Nanz: Medien als Akteure der Außenbeziehungen, S. 100-111.

57 Leave a comment on paragraph 57 0 [22] Vgl. Egilsson: The Origins, Use and Development of Hot Line Diplomacy, S. 12. Dieser Aufsatz war sehr hilfreich für die Recherchen, die in diesem Abschnitt vorgestellt werden.

58 Leave a comment on paragraph 58 0 [23] The National Archives (Kew/London), CAB 192/1, document „Conversation between the Prime Minister and Mr. Kosygin […], 23. February, 1966“.

59 Leave a comment on paragraph 59 0 [24] Vgl. The National Archives (Kew/London), CAB 192/1, document „Hot Line to Moscow“, S. 3.

60 Leave a comment on paragraph 60 0 [25] The National Archives (Kew/London), FO 371/171142, document 24 („Hot Line“, S. 1).

61 Leave a comment on paragraph 61 0 [26] Vgl. The National Archives (Kew/London), FO 371/171142, document „Confidential“ (Burrows, July 16, 1963).

62 Leave a comment on paragraph 62 0 [27] The National Archives (Kew/London), FO 371/171142, document 24 („Hot Line“, S. 1).

63 Leave a comment on paragraph 63 0 [28] The National Archives (Kew/London), CAB  192/1, document 9 („Hot Lines“); siehe auch Egilsson: The Origins, Use and Development of Hot Line Diplomacy., S. 20-21.

64 Leave a comment on paragraph 64 0 [29] Archives Diplomatiques (Paris/La Courneuve), Série Europe, 1966/1970, URSS, Carton 2672, Voyage en U.R.S.S. du Général de Gaulle […], 26. Juilet 1966, 23.

65 Leave a comment on paragraph 65 0 [30] Archives Diplomatiques (Paris/La Courneuve), Série Europe, 1966/1970, URSS, Carton 2665, Telephone Vert, 24. Novembre 1966.

66 Leave a comment on paragraph 66 0 [31] Lyndon Baines Johnson Presidential Library, Austin, Texas, Reference File, folder: Hot Line, document 28a, S. 1.

67 Leave a comment on paragraph 67 0 [32] Molink steht für Moscow Link.

68 Leave a comment on paragraph 68 0 [33] Lyndon Baines Johnson Presidential Library, Austin, Texas, Reference File, folder: Hot Line, document document 28b.

69 Leave a comment on paragraph 69 0 [34] Lyndon Baines Johnson Presidential Library, Austin, Texas, Reference File, folder: Hot Line, document 28a, S. 2.

70 Leave a comment on paragraph 70 0 [35] Vgl. Serres, Der Parasit, S. 85.

Source: https://opr.degruyter.com/den-kalten-krieg-vermessen/tobias-nanz-das-rote-telefon/